Sparkling Research

«Bewahrt euch die Neugier»

Unter dem Motto «Sparkling Research» feierte die UZH beson­dere Leis­tun­gen und Er­folge im Be­reich For­schung, Inno­vation und Nach­wuchs­för­de­rung. Pro­rek­torin Elisa­beth Stark verlieh an der For­schungs­gala 12 Auszeichnungen.

Die Veranstaltung «Sparkling Research» in der gut besuchten Aula im Kollegiengebäude der UZH.

Draussen herrschte nass­kaltes Februar­wetter, in der Aula des Kol­le­gien­gebäu­des der UZH da­ge­gen ver­brei­tete sich am 6. Februar 2025 eine fei­er­li­che Stim­mung. Elisa­beth Stark, Pro­rek­torin For­schung, be­grüsste die For­schen­den und die zahl­reich er­schie­ne­nen Gäste zur For­schungs­gala «Spark­ling Re­search». Zur Ein­füh­rung ver­wies sie auf die «ex­zel­lente For­schung» der UZH, die sich unter an­de­rem in den fünf lau­fen­den uni­ver­si­tären For­schungs­schwer­punk­ten aus­drücke oder dem UZH Space Hub in Düben­dorf, der Ende des vor­her­ge­hen­den Jah­res das Raum­fahrt­unter­neh­men Star­lab Space an Bord holen konnte.

«Diese und viele wei­tere Er­run­gen­schaf­ten sind das Er­geb­nis der harten Ar­beit un­se­rer Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler», be­tonte die Pro­rek­to­rin. Des­halb habe sie nun auch die Ehre, die Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger des Men­to­ring Award, des FAN Award, des 3R Award und die Sti­pen­dia­tin­nen und Sti­pen­dia­ten des UZH Entre­pre­neur Fel­low­ship Pro­gramms vor­zu­stel­len: «Jeder dieser Prei­se steht für her­aus­ra­gen­de For­schungs­leis­tun­gen und ist ein Be­weis für das le­ben­di­ge For­schungs­um­feld an der Uni­versität Zürich.»

«Jeder dieser Preise steht für herausragende Forschungs­leistungen und ist ein Beweis für das lebendige Forschungs­umfeld an der Universität Zürich.»

Elisabeth Stark

Prorektorin Forschung

Ehrengast Pascal Gygax

Bevor Stark zur Ver­leih­ung der Aus­zeich­nun­gen schritt, be­grüsste sie den Psy­cho­lin­gu­is­ten und Psy­cho­lo­gen Pas­cal Gy­gax von der Uni­ver­sit­ät Frei­burg, der letztes Jahr den pres­tige­träch­ti­gen Marcel-Benoist-Preis er­hal­ten hat. Da­bei han­delt es sich um den wich­tig­sten Wis­sen­schafts­preis der Schweiz. Gy­gax er­hielt seine Aus­zeich­nung über seine Ar­bei­ten zur ver­männ­lich­ten Sprache und wie sie un­sere Wahr­neh­mung der Welt beeinflusst.

Der Ehren­gast hielt ein flam­men­des Plä­doy­er über die Wis­sen­schaft als ku­mu­la­ti­ves und ge­mein­schaft­li­ches Werk vieler For­schen­den. Eine ein­zi­ge Stu­die, ein ein­zi­ges Pa­per sei nichts wert, wir sind auf­ein­an­der an­ge­wie­sen, be­ton­te Gy­gax. An die vie­len Nach­wuchs­for­schen­den ge­rich­tet, er­klär­te er, dass es im­mer da­rum gehe, alles zu hin­ter­fra­gen. Be­wahrt euch die Neu­gier von Kin­dern, stellt im­mer­fort Fra­gen. Und ar­bei­tet mit Leu­ten zu­sam­men, die ihr schätzt und die euch respektieren.

«Eine einzige Studie, ein einziges Paper ist nichts wert, wir sind aufeinander angewiesen.»

Pascal Gygax

Psycholinguist Universität Freiburg

UZH Mentoring Awards 2025

Die Aus­füh­run­gen von Pas­cal Gy­gax passten naht­los in die Ver­leih­ung des UZH Men­to­ring Awards. Diese Aus­zeich­nung wird vom Gra­duate Cam­pus an her­aus­ra­gen­de Be­treu­erin­nen und Be­treuer von Dok­to­rie­ren­den ver­lie­hen. Dok­to­rie­ren­de sind es auch, die mög­li­che Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger vor­schla­gen, die an­schlies­send von einer Jury von Nach­wuchs­for­schen­den aller sie­ben Fa­kul­tä­ten aus­ge­wählt wer­den. Aus einer Long­list von 32 Vor­schläg­en wur­den für die UZH Men­toring Awards 2025 fol­gen­de vier Per­so­nen gekürt:

Prof. Silvio Brugger, Medizinische Fakultät

Professor Jörg Frey, Theologisch und Religionswissenschaftliche Fakultät

Professor Anikó Hannák, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Dr. Kannan Venugopal, Postdoc, Vetsuisse Fakultät

Diese vier Preis­tra­gende ver­kör­per­ten die höchs­ten Standards in der För­de­rung und Be­glei­tung von Nach­wuchs­wis­sen­schaftlerinnen und -Wis­sen­schaft­ler, be­tonte Eli­sa­beth Stark und dank­te ihnen für ihr in­spi­rie­ren­des Engagement.

Kannan Venugopal, Anikó Hannák, Silvio Brugger und Jörg Frey (von links nach rechts).

FAN Awards 2025

Der FAN Award ist eine Aus­zeich­nung des Fonds zur För­de­rung des wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuch­ses der UZH Alumni und wird als An­er­ken­nung für her­aus­ra­gen­de wis­sen­schaft­li­che Leis­tun­gen an Nac­hwuchs­for­schen­de ver­ge­ben. Der Preis ist mit 5000 Fran­ken do­tiert und wird in den Be­rei­chen Rechts- und Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten, Me­di­zin und Na­tur­wis­sen­schaf­ten so­wie Geis­tes- und So­zial­wis­sen­schaf­ten ver­ge­ben. Jede Fa­kul­tät der UZH konnte zwei ex­zel­len­te fort­ge­schrit­tene Dok­to­rie­ren­de oder frühe Post­docs no­mi­nie­ren, die dann die Mög­lich­keit er­hiel­ten, ihre For­schung einer Jury vor­zu­stel­len. Die Jury wählte für die FAN Awards 2025 fol­gen­de drei Forschende:

Dr. Moritz F. Adam, Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften

Dr. sc. nat. Dominik Groos, Bereiche Medizin und Naturwissenschaften

Dr. Stefania Ionescu, Bereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften

In Kurz­vor­trägen stellten die Preis­tra­gen­den ihre Ar­bei­ten vor. Moritz F. Adam be­schäftigt sich in seinen Ar­bei­ten mit Zeit­kon­zep­tio­nen und Apo­ka­lyp­tik im hel­le­nis­ti­schen Ju­den­tum. Do­mi­nik Gross un­ter­sucht eine win­zi­ge Hirn­re­gion (la­te­rale Habe­nula) und ihren Ein­fluss auf Ri­si­ko­ent­schei­dun­gen. Ste­fania Iones­cu anal­y­siert Visi­bi­lity Al­lo­ca­tion Sys­tems und ihren Ein­fluss auf die Gesellschaft.

Moritz F. Adam, Stefania Ionescu und Dominik Groos (von links nach rechts).

UZH 3R Award 2024

Wie Elisa­beth Stark zu diesem Award er­läu­ter­te, habe sie ihn selbst zu­sam­men mit der Ab­tei­lung Tier­wohl und 3R 2023 ins Leben ge­ru­fen. Der Preis wür­digt her­aus­ra­gende Bei­träge zum Er­satz, der Re­duk­tion und der Ver­fei­ne­rung von Tier­ver­suchen, den so­ge­nan­nten 3R (Re­place, Re­duce, Re­fine). Der Preis un­ter­stützt da­mit Be­mü­hun­gen von UZH-Mit­ar­bei­ten­den für ethi­sche Forschungspraktiken.

Wie Stark aus­führ­te, hat der letzt­jäh­rige 3R-Preis­träger Giu­seppe Es­po­sito un­ter­des­sen auch den in­ter­na­tio­nalen «Humane Edu­cation and Re­duction Grant» des Johns Hop­kins Cen­ter for Al­ter­na­tives to Ani­mal Tes­ting er­hal­ten, was die Be­deu­tung die­ser Ar­bei­ten zur Re­duk­tion von Tier­ver­su­chen in der mi­kro­chi­rur­gi­schen Aus­bil­dung un­ter­strei­che. Den UZH 3R Award 2024 erhalten:

Dr. Petra Seebeck

PD. Dr. Benjamin Ineichen

Die Tier­ärztin Petra See­beck hat Leit­li­nien und Trai­nings­kur­se für Ope­ra­tio­nen an Mäusen ent­wickelt. Der Arzt und Neu­ro­wis­sen­schaft­ler Ben­ja­min In­eichen unter­sucht, wie sich die Über­trag­bar­keit von Tier­ver­suchs­er­geb­nis­sen auf Men­schen ver­bes­sern lässt. See­beck und In­eichen sind für ihre Bei­träge im übri­gen auch mit einem natio­na­len Preis, dem 3R Award und dem Cul­ture of Care Award 2024, durch das Schwei­zer 3R-Kom­pe­tenz­zen­trum aus­ge­zeich­net wor­den. Siehe auch Artikel UZH News

Petra Seebeck und Benjamin Ineichen und die Mitarbeiterinnen Vera Bernhard und Hanna Hubarava (von links nach rechts).

UZH Entrepreneur Fellows

Das UZH Pro­gramm Entre­pre­neur Fel­low­ship, ver­lie­hen durch den Inno­va­tion Hub, ist das Sprung­brett für den Auf­bau einer ei­ge­nen Fir­ma. Es un­ter­stützt Nach­wuchs­wis­sen­schaft­le­rin­nen und -wis­sen­schaft­ler, die auf der Grund­lage ihrer UZH-Fors­chung ein Start-up gründen wollen. Es stellt bis zu CHF 150'000 an Fi­nan­zie­rung, Be­ra­tung und Zu­gang zu einem re­le­van­ten Netz­werk zur Ver­fü­gung, da­mit die For­schen­den den Proof-of-Concept ihrer Pro­duk­te nach­wei­sen und die Markt­fä­hig­keit her­stel­len kön­nen. Diese drei For­schen­den haben das Progamm 2024 er­folg­reich abgeschlossen:

Dr. sc. Jelena Skorucak, Bereich MedTech

Pietro Oldrati, Bereich MedTech

Michal Shoshan, Bereich BioTech

In kurzen Be­richten skiz­zier­ten sie ihre Ar­bei­ten. Die Schlaf­for­sche­rin und Data-Anal­ystin Je­le­na Sko­ru­cak ent­wickelt eine Platt­form, die in den Hirn­strö­men von Kin­dern Hin­weise auf epi­lep­tische Er­kran­kun­gen er­ken­nen kann. Der In­for­ma­tiker Pietro Ol­drati ar­bei­tet an einem di­gi­talen Anal­yse­ge­rät für Men­schen, die un­ter Er­schöpfungs­zu­ständen lei­den. Die Che­mi­kerin Michal Sho­shan ent­wickelt mit ihrem Spin-off meta­Lead The­ra­peu­tics AG neu­ar­tige Ei­weiss-Mole­küle, die gif­tige Me­talle wie Blei aus den Or­ga­nen filtern.

Michal Shoshan, Pietro Oldrati und Jelena Skorucak (von links nach rechts).

Beeindruckende Vielfalt

Zum Ab­schluss des Events un­ter­strich die Pro­rek­to­rin die be­ein­drucken­de Viel­falt der For­schungs­pro­jekte und Ex­zel­lenz der ge­wür­dig­ten Per­sonen. Nach der bun­ten Viel­falt an In­for­ma­tio­nen über For­schung und Inno­va­tion kam das An­ge­bot zum Apéro im Licht­hof wohl den meis­ten Teil­neh­men­den ge­le­gen. Dort bot sich Ge­le­gen­heit, das Ge­hör­te mit den ge­wür­dig­ten Per­so­nen zu ver­tie­fen und die Un­ter­stüt­zungs­an­ge­bo­te des Pro­rek­to­rats in den Be­rei­chen For­schungs-, In­no­va­tions- und Nach­wuchs­för­de­rung zu entdecken.

Networking im Lichthof nach der Preisverleihung.