Unternehmerisch denken und handeln

UZH Innovation Hub als Co-Creator

Die Uni­ver­si­tät Zürich be­glei­tet For­schen­de bei der Über­füh­rung wis­sen­schaft­li­cher Er­kennt­nisse in markt­fä­hige Pro­duk­te, Dienst­leis­tun­gen und Anwendungen.

Studierende der UZH lernen, unter­neh­me­risch zu denken: Das Entre­pre­neur­ship-Boot­camp der UZH.

Der Inno­vation Hub, die zen­trale Dreh­scheibe zur Inno­va­tions­för­de­rung an der UZH, rich­tet seine An­ge­bo­te und Ser­vices ent­lang einer pha­sen­orien­tier­ten In­no­va­tions­för­der­pipe­line aus. Im Jahr 2025 lag der Fo­kus auf deren ge­ziel­ter Stär­kung. Be­ste­hen­de För­der­in­stru­men­te wur­den ins­be­son­de­re in den Be­rei­chen Entre­pre­neu­ri­al Edu­ca­tion, För­der­pro­gram­me und In­dus­trie­part­ner­schaf­ten aus­ge­baut und stra­te­gisch er­gänzt. Dies er­folg­te in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit In­no­va­tions­ak­teu­rin­nen und -ak­teu­ren der UZH so­wie mit Partne­rin­nen und Part­nern aus der In­dus­trie, dem öf­fent­li­chen Sek­tor und der Start­up-Szene.

Inspiration durch Entre­preneurial Education-Formate

Der Er­werb von Kom­pe­ten­zen in In­no­va­tion und Entre­pre­neur­ship ist zu­kunfts­wei­send für den Trans­fer von For­schungs­er­geb­nis­sen in die Ge­sell­schaft. Die Aus­bil­dungs­for­ma­te des UZH In­no­va­tion Hub set­zen des­halb in un­ter­schied­li­chen Pha­sen der aka­de­mi­schen Lauf­bahn an.

Er­gän­zend zum mo­du­la­ren Entre­pre­neur­ship Boot­camp, das be­reits in den Vor­jah­ren mehr als 150 Stu­die­ren­de er­reicht hat und 2025 über 70 wei­te­re Teil­neh­men­de ver­zeich­ne­te, rich­tet sich die Work­shop­se­rie «Entre­pre­neu­rial Skills» ge­zielt an Dok­to­rie­ren­de und Postdocs. Das Kurs­for­mat wur­de 2024 in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Gra­duate Cam­pus pilo­tiert und 2025 in des­sen Kern­port­folio auf­ge­nom­men. Die in­halt­lich ge­schärf­te Work­shop­se­rie ver­mit­telt pra­xis­re­le­van­te Kom­pe­ten­zen ent­lang der frü­hen Pha­sen des In­no­va­tions­pro­zes­ses – von der Iden­ti­fi­ka­tion von In­no­va­tions­po­ten­zia­len über die Va­li­die­rung von Ideen bis hin zur Ent­wick­lung un­ter­neh­me­ri­scher Pers­pek­ti­ven. An den sechs halb­tä­gi­gen Work­shops nah­men ne­ben Stu­die­ren­den auch 60 Early Career Re­sear­chers teil. Da­mit stärkt die UZH ge­zielt die För­de­rung un­ter­neh­me­ri­scher Kom­pe­ten­zen auf Dok­to­rats- und Post­doc-Stufe und un­ter­stützt den Trans­fer wis­sen­schaft­li­cher Er­kennt­nis­se in die Anwendung.

Veran­kerung von Inno­vation in der Lehre

Mit dem neuen Minor «In­no­va­tion & Entre­pre­neur­ship» schafft die UZH erst­mals ein Minor-Mas­ter­pro­gramm, das un­ter­neh­me­ri­sche Kom­pe­ten­zen sys­te­ma­tisch ver­mit­telt und Stu­die­ren­den aller Fa­kul­tä­ten of­fen­steht. Der drei­se­mes­tri­ge Minor er­mög­licht es Stu­die­ren­den, zen­tra­le Fu­ture Skills zu er­wer­ben, da­run­ter In­no­va­tions­kom­pe­tenz, Pro­blem­lö­sungs­fä­hig­keit, un­ter­neh­me­ri­sches Den­ken und Adap­tions­fä­hig­keit. Statt In­no­va­tion und Entre­pre­neur­ship aus einer rein be­triebs­wirt­schaft­li­chen oder tech­no­lo­gi­schen Pers­pek­ti­ve zu be­trach­ten, in­te­griert das Pro­gramm theo­re­tisch fun­dier­te Grund­la­gen aus Fach­be­rei­chen wie Psy­cho­lo­gie, So­zio­lo­gie, Wirt­schaft oder Recht und för­dert da­mit ein dif­fe­ren­zier­tes Ver­ständ­nis von Inno­vations­prozessen.

Durch die Ein­bin­dung ex­ter­ner Part­ner ver­bin­det der Minor wis­sen­schaft­li­che Grund­lagen mit pra­xis­na­hen An­wen­dungs­fel­dern und för­dert in­ter­dis­zi­pli­nä­re Team­ar­beit der Stu­die­ren­den. Der Minor wird in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit der Wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Fa­kul­tät und wei­te­ren Fa­kul­tä­ten ver­ant­wor­tet und über die School for Trans­dis­ci­pli­nary Stu­dies uni­ver­si­täts­weit an­ge­bo­ten. Da­mit stärkt die UZH die sys­te­ma­ti­sche Ver­an­ke­rung von In­no­va­tion und Entre­pre­neur­ship in der Leh­re und be­fä­higt Stu­die­ren­de, in­no­va­tive Lö­sung­sa­nsät­ze ver­ant­wor­tungs­voll in ge­sell­schaft­li­che und wirt­schaft­li­che An­wen­dung zu überführen.

«Die­ses Vor­ha­ben ist ein stra­te­gisch wich­ti­ger Schritt, um die Ver­mitt­lung von In­no­va­tion und Entre­pre­neur­ship vor­an­zu­trei­ben und früh­zei­tig in der aka­de­mi­schen Aus­bil­dung zu ver­an­kern – es ist ein zu­kunfts­wei­sen­der Im­puls für die Uni­ver­si­tät Zü­rich», sagt Eli­sa­beth Stark, Pro­rek­to­rin Forschung.

Stärkung der Förder­programme

Auf die letzt­jäh­ri­ge Aus­schrei­bung der etab­lier­ten För­der­ge­fäs­se In­no­va­tion Grants und Entre­pre­neur Fel­low­ships ha­ben sich ins­ge­samt 45 Dok­to­rie­ren­de, Post­docs und For­schen­de be­wor­ben. 11 In­no­va­tion Grants wur­den mit dem Ziel ver­ge­ben, den Pro­zess von der Idee zur kon­kre­ti­sier­ten und va­li­dier­ten Value Pro­po­si­tion zu er­ar­bei­ten. Durch die Ver­ga­be von neun Entrep­re­neur Fel­low­ships, in den För­der­linien Sus­tain­able So­ci­ety, Dig­it­al In­no­va­tion und Bio & Med­Tech, sol­len For­schungs­er­geb­nis­se in den Markt durch die Gründ­ung eines Start­ups mit Kom­mer­zia­li­sie­rungs­po­ten­tial über­führt wer­den. So­mit steigt die Zahl der seit 2019 ge­för­der­ten In­no­va­tions­pro­jek­te durch die bei­den Früh­pha­sen­för­der­pro­gram­me auf ins­ge­samt 83.

Die 2025 etab­lier­te und drei­mal jähr­lich statt­fin­den­de Ver­an­stal­tungs­rei­he «In­no­vator Mornings» stiess auf gros­ses In­te­res­se und ver­zeich­ne­te mehr als 150 Teil­neh­men­de. Die Ver­an­stal­tung för­dert den Aus­tausch zwi­schen an­ge­hen­den Entre­pre­neu­rin­nen und Entre­pre­neu­ren, ge­för­der­ten For­schen­den s­owie Grün­de­rin­nen und Grün­dern aus der UZH, in­for­miert über ak­tu­el­le In­no­va­tions­vor­ha­ben und er­mög­licht Ein­bli­cke in un­ter­neh­me­ri­sche Er­fah­run­gen von Entre­pre­neu­rin­nen und Entre­pre­neu­ren der UZH.

2025 wur­de das För­der­an­ge­bot zu­dem durch das im Vor­jahr er­folg­reich pi­lo­tier­te Mar­ket Va­li­da­tion Lab, wel­ches ge­för­der­te For­schen­de einen be­glei­te­ten Pro­zess zur Ent­wick­lung einer star­ken Value Pro­po­si­tion für for­schungs­ba­sier­te In­no­va­tio­nen bie­tet, aus­ge­baut. Eben­falls neu ein­ge­führt wur­de das Pro­duct Lab, wel­ches in Zu­sam­men­ar­beit mit den Teams des Trans­la­tion­al Me­di­cine Ac­ce­le­rator und dem Bio­Med Entre­pre­neur­ship an­ge­bo­ten wird. For­schen­de wer­den da­bei un­ter­stützt, ihre For­schungs­ziele neu als Hypo­the­sen über ein zu­künf­ti­ges Pro­dukt zu for­mu­lie­ren und da­raus kla­re Mei­len­stei­ne für ihr Pro­jekt abzuleiten.

Die För­der­stra­te­gie des In­no­va­tion Hub um­fasst 2025 wei­ter­hin das re­la­tiv neue DRIVE-Pro­gramm. Mit DRIVE, dem Struk­tur­för­der­pro­gramm für In­no­va­tions­ini­tia­ti­ven an der UZH, wur­de ein In­stru­ment ge­schaf­fen, das den bot­tom-up Auf­bau in­ter­dis­zi­pli­nä­rer Ini­tia­ti­ven und Struk­tu­ren be­schleu­nigt. Seit der Lan­cie­rung 2024 wur­den ins­ge­samt 33 Be­wer­bun­gen ein­ge­reicht – aus den 26 Pro­jekt­ein­ga­ben im Jahr 2025 wer­den drei Vor­ha­ben durch die För­der­linie DRIVE | trans­fer und zwei durch die För­der­linie DRIVE | action unter­stützt. Damit wer­den fol­gen­de Ini­tia­ti­ven mitangestossen:

  • Kolla­bo­ra­tive Platt­form für di­gi­tale Zwil­lin­ge in der Muskel-Skelett-Medizin
  • AI Fel­low­ship-Pro­gramm für Early Career Resear­chers, inkl. Auf­bau einer Ko­hor­ten-basier­ten Com­mu­nity durch Work­shops, Sum­mer Schools, Sym­po­sien und Mentoring
  • Uni­ver­si­täts­weite trans­dis­zi­pli­näre Space-Dach­orga­ni­sation «UZH Space»
  • Responsible Inno­vation (RI)-Community an der UZH
  • Biotech-Inku­bator orga­ni­siert durch und für Studierende

Ausbau von Partnerschaften durch Industriekollaborationen

«Um über die Rolle des rei­nen Wis­sens­ver­mitt­lers hin­aus zu ge­hen und als ak­ti­ver Co-Creator von In­no­va­tions­netz­wer­ken agie­ren zu kön­nen, ist für den In­no­va­tion Hub die Zu­sam­men­ar­beit mit der In­dus­trie von zen­tra­ler Be­deu­tung,» so Maria Oli­va­res, Lei­te­rin In­no­va­tion. Ne­ben dem seit 2019 etab­lier­ten In­no­va­tion Coun­cil, der sich aus Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern aus In­dus­trie, Wirt­schaft und der Start­up-Szene zu­sam­men­setzt, wird zur Ver­bes­se­rung der in­sti­tu­tio­nel­len Vor­aus­set­zun­gen für den Aus­bau von In­dus­trie­part­ner­schaf­ten ab 2026 die neue Stel­le eines In­dustry En­gage­ment Mana­gers geschaffen.

Inten­sive Dis­kus­sio­nen: Ein Team am Star­lab Space Hack­athon ar­bei­tet an einem Kon­zept für die zu­künf­tige Raum­station Starlab.

Ein Bei­spiel für die Zu­sam­men­ar­beit auf in­ter­na­tio­na­lem Ni­veau in einer neuen auf­stre­ben­den In­dus­trie, der New Space Eco­no­my, ist der welt­weit erste Star­lab Space Hack­athon im No­vem­ber 2025, der durch den In­no­va­tion Hub ge­mein­sam mit dem Star­lab-Kon­sor­tium, ins­be­son­dere Airb­us, und ver­schie­de­nen wei­te­ren Part­nern aus der Wis­sen­schaft und In­dus­trie und dem In­no­va­tions­park Zürich or­ga­ni­siert wur­de. Dab­ei ging es um die Er­ar­bei­tung von neuen Nutz­last­kon­zep­ten für die zu­künf­tige Star­lab-Raum­sta­tion. Aus den 220 Vor­an­mel­dun­gen wur­den 60 Teil­neh­men­de für den Hack­athon se­lek­tiert, die ihr Wis­sen aus 14 ver­schie­de­nen Dis­zi­pli­nen in sechs Teams ein­brach­ten – un­ter an­de­rem aus der Kog­ni­ti­ven Psy­cho­lo­gie, der Lin­guis­tik, dem Soft­ware- und Raum­fahrt-En­gi­neer­ing, der Krebs­for­schung oder der Bio­tech­no­lo­gie. Das Er­geb­nis: Nach 30 Stun­den la­gen Kon­zep­te zur Er­for­schung von Halb­lei­tern un­ter Schwe­re­lo­sig­keits­be­din­gun­gen, zum Me­tall-3D-Druck im All und zur Fra­ge vor, wie Astro­nau­tin­nen und As­tro­nau­ten im All ihre Klei­der waschen könnten.

Be­son­ders her­vor­zu­he­ben ist hier die län­der­über­grei­fen­de Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und po­li­ti­schen Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des Kan­tons Zü­rich und des Bun­des­lan­des Ba­den-Würt­tem­berg. Zu den Part­nern zähl­ten un­ter an­de­rem Star­lab Space, Uni­ver­si­tä­ten und stu­den­ti­sche Ver­bän­de aus Deutsch­land und der Schweiz, das Deut­sche Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt so­wie wei­te­re Un­ter­neh­men aus der Raum­fahrt­branche.

Translation durch Kommerzialisierung

Der erfolg­rei­che Auf­bau einer nach­hal­ti­gen In­no­va­tions­för­der­pipe­line zeigt sich in der stei­gen­den Zahl er­reich­ter und ge­för­der­ter Ta­len­te, be­glei­te­ter In­no­va­tions­pro­jek­te, eta­blier­ter Part­ner­schaf­ten und in­no­va­ti­ver Kol­la­bo­ra­tions­mo­del­le so­wie in der An­zahl neu ge­grün­de­ter Start­ups. Im Durch­schnitt grün­den die Hälf­te der ge­för­der­ten Entre­pre­neu­rin­nen und Entre­pre­neu­re ein ei­ge­nes Un­ter­neh­men; seit Be­ginn des Pro­gramms sind es 17.

Im Jahr 2025 sind kon­kret drei der ins­ge­samt vier Aus­grün­dun­gen an der UZH aus den Entre­pre­neur Fel­low­ship-Pro­jek­ten her­vor­ge­gan­gen. Alle vier neu­ge­grün­de­ten Spin-offs set­zen in­no­va­ti­ve Ideen aus der For­schung markt­reif um, da­run­ter Di­gi­ta­le Tools für die Be­ur­tei­lung von kog­ni­ti­ven Fäh­ig­kei­ten, eine An­wen­dung für die Ver­mes­sung von Augen­fehl­stel­lun­gen, eine in­no­va­tive Gen­the­ra­pie bei sel­te­nen Er­kran­kun­gen und Dia­gnos­ti­sche Ser­vices. Da­mit steigt die Zahl der UZH Spin-offs seit 1999 auf total 165.

Des Wei­te­ren wur­den 57 Er­fin­dungs­mel­dun­gen und 27 Pa­tent- und Mar­ken­an­mel­dun­gen von UZH-For­schen­den im letz­ten Jahr ein­ge­reicht. Die­se Zah­len blei­ben kon­stant auf ho­hem Ni­veau und spie­geln das In­no­va­tions­po­ten­tial an der UZH wider. Der Schutz von for­schungs­ba­sier­tem geis­ti­gem Ei­gen­tum ist von gros­ser Be­deu­tung, denn er be­rei­tet viel­fach den Weg, In­no­va­tio­nen im Markt zu kommerzialisieren.

Weitere Informationen:

UZH Innovation Hub