Campus-Storys

Wie wir uns engagieren

Ex­zel­len­te Leis­­tun­­gen wer­­den mög­­lich, wo Men­­schen sich ver­­net­­zen und gut zu­­sam­­men­­ar­­bei­­ten. Ent­­decken Sie Per­­sön­­lich­­kei­­ten, die zu einem le­­ben­­di­­gen Mit­­ein­­an­­der an der UZH bei­­tra­­gen und den Dia­­log zwi­schen Uni­­ver­­si­­tät und Ge­­sell­­schaft unterstützen.

Forschungs­ergeb­nisse ver­ständ­lich ver­mit­teln: Morana Mihal­jević in der Aus­stel­lung «Radio­tracer – dem Krebs auf den Fersen».

«Wir Menschen sind neugierig»

Morana Mihaljević, ist Lei­te­rin des Sci­ence Lab und des Sci­ence Pavi­lion UZH und sorgt dafür, dass For­schungs­er­geb­nisse ver­ständ­lich ver­mit­telt werden.

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«Wie ent­stand das Uni­ver­sum? Wie kom­mu­ni­zie­ren die Tie­re? Wie funk­tio­nie­ren neue Krebs­the­ra­pien? Auf sol­che Fra­gen lie­fern wir im Sci­ence Pa­vi­lion UZH Ant­wor­ten. Wir ge­ben den Be­su­chen­den einen Ein­blick in die For­schung der Ma­the­ma­tisch-natur­wis­sen­schaft­li­chen Fa­kul­tät (MNF). Im Sci­ence Lab UZH füh­ren wir pro Jahr mehr als 200 Work­shops für Schul­klas­sen durch, von der Pri­mar­schule bis Sek II, und er­gän­zen das mit For­ma­ten für die Kinder-Universität.

Bei den Aus­stel­lun­gen im Sci­ence Pa­vilion UZH ha­ben wir im Lauf der Zeit un­se­ren Stil ge­fun­den: weg von den Aus­stel­lungs­wän­den mit viel Text, hin zu in­ter­ak­ti­ven For­ma­ten mit kla­rer Dra­ma­tur­gie. Für zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen set­zen wir nun häufig auf Bild­schir­me. Nicht alles funk­tio­niert so­fort – aber mit je­der Aus­stel­lung ler­nen wir et­was Neues dazu.

Ent­schei­dend ist für mich im­mer die Frage: Wo­rum geht es im Kern? Was sol­len die Be­su­chen­den in drei Mo­na­ten noch wis­sen oder füh­len? Diese Re­duk­tion auf das We­sent­li­che ist eine Her­aus­for­de­rung, macht mir aber auch gros­sen Spass.

Ich glaube, wir Men­schen sind ein­fach neu­gierig. Un­se­re Auf­gabe ist es, For­schungs­er­geb­nis­se im Sci­ence Pavilion UZH so zu ver­mit­teln, dass sie für die Be­su­chen­den kon­kret wer­den. Beim The­ma Ele­men­tar­teil­chen ar­bei­ten wir bei­spiels­wei­se mit Ex­pe­ri­men­ten. Bei der evo­lu­tio­nä­ren An­thro­po­lo­gie ze­igen wir die Werk­zeuge der For­schen­den. Für die Mathe­ma­tik ha­ben wir auf hap­ti­sche Ele­men­te gesetzt.

«Wir wollen zeigen, wie Wissen­schaft über­haupt funk­tio­niert und wie das Wissen entsteht.»

Morana Mihaljević

Lei­te­rin des Sci­ence Lab und des Sci­ence Pavi­lion UZH

Zu meinen Auf­ga­ben als Lei­te­rin zäh­len auch Hu­man Re­sour­ces, Fi­nan­zen und Stra­te­gie, letz­te­res ge­mein­sam mit dem De­ka­nat der MNF. Mal sit­ze ich über dem Bud­get und den Stun­den­ab­rech­nun­gen, mal dis­ku­tie­re ich mit For­schen­den, wie man ihr The­ma so er­zählt, dass es ver­ständ­lich ist – aber nicht banal.

Gera­de freue ich mich auf un­se­re neue Dau­er­aus­stel­lung, die wir, wenn alles klappt, im Som­mer er­öff­nen. Der Ar­beits­ti­tel lau­tet «Aben­teu­er For­schung». Die Idee ist eine Art Rei­se, fast wie eine Zug­fahrt, mit über­ge­ord­ne­ten The­men, die in je­der For­schung stecken: Team­work statt Ge­nie-Mythos, Aus­dauer, Mo­del­le, Neu­gier, Prä­zi­sion – und auch Un­si­cher­heit. Wir wol­len zei­gen, wie Wis­sen­schaft über­haupt funk­tio­niert und wie das Wis­sen entsteht.

Früher habe ich selbst in der Pa­läo­öko­lo­gie ge­forscht. Die­ses Ge­biet fas­zi­niert mich noch immer sehr, aber die Er­geb­nis­se mei­ner For­schung in­te­res­sier­ten meist nur einen klei­nen Kreis von Fach­leu­ten. Heu­te lerne ich stän­dig neue The­men ken­nen und kann sie einem brei­ten Pu­bli­kum nä­her­brin­gen. Ge­nau das ist für mich un­glaub­lich bereichernd.

Was ich mir wün­sche? Dass der Sci­ence Pavilion UZH noch stär­ker als Be­geg­nungs­ort wahr­ge­nom­men wird, auch von den Stu­die­ren­den. Als Ort, an dem man ver­weilt, dis­ku­tiert, staunt. Und der sicht­bar macht, was sonst hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren geschieht.»

Das richtige Material für jeden Anlass: Elyas Sugiarto küm­mert sich darum, dass Ver­an­stal­tungen rei­bungs­los ablaufen.

«Ich helfe, Ideen umzusetzen»

Elyas Sugiarto ist Projekt­lei­ter für Ver­an­stal­tun­gen an den Stand­or­ten Zen­trum und Oer­li­kon. Beim Ko­or­di­nie­ren von An­läs­sen be­hält er den Über­blick und denkt an jedes Detail.

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«Als Pro­jekt­lei­ter Ver­an­stal­tun­gen bin ich das Bin­de­glied zwi­schen den Ver­an­stal­ten­den – meist Ins­ti­tu­te oder Uni-An­ge­hö­ri­ge, manch­mal auch Ex­ter­ne – und all den Stel­len im Haus, die es für einen ge­lun­ge­nen An­lass braucht. Tech­nik, In­fra­struk­tur, Ab­läufe: Ich kenne die Wege, die Zu­stän­dig­kei­ten und oft auch die Stolpersteine.

Beamer, Mikro­fon, Ton­an­la­ge – das kann tri­vial wir­ken, ist es aber sel­ten. Wo steht der Re­fe­rent in der Aula? Wie läuft ein Po­di­ums­ge­spräch sze­no­gra­fisch rund? Reicht der Strom im Raum für zu­sätz­li­che Ge­rä­te? Braucht es Stark­strom oder sind spe­ziel­le Auf­bau­ten nö­tig? Das ko­or­di­nie­re ich mit un­se­rem Team im Ver­an­stal­tungs­dienst als Teil des Be­triebs­diensts Zen­trum. Wir sind 14 Per­so­nen an den Stand­or­ten Zen­trum und Oer­li­kon, ar­bei­ten in zwei Schich­ten – und sind meist die Ers­ten im Haus und die Letz­ten, die gehen.

Neben dem Tages­ge­schäft be­schäf­ti­ge ich mich mit ver­schie­de­nen Kon­zep­ten, etwa mit Be­stuh­lungs­plä­nen für die ver­schie­de­nen Räum­lich­kei­ten der Lehre. Ein wich­ti­ges Thema ist auch die Barrie­re­frei­heit. Wir ha­ben ein Kon­zept ent­wickelt, das wir bei Be­darf an­wen­den. Es gibt zum Bei­spiel gute Tools für auto­ma­ti­sche Live-Un­ter­ti­tel bei Vor­trä­gen. Ein wei­te­rer As­pekt ist die Plat­zie­rung von Roll­stuhl­fah­ren­den: Wir schaf­fen Nischen an ver­schie­de­nen Stel­len im Ver­an­stal­tungs­raum, statt alle in die hin­ters­te Reihe zu setzen.

«Ich kenne die Wege, die Zustän­dig­keiten und oft auch die Stolpersteine.»

Elyas Sugiarto

Projektleiter für Veranstaltungen

Was ich an meinem Job mag? Dass kein Tag dem an­de­ren gleicht. Mor­gens starte ich um sie­ben, ar­bei­te Mails ab, kon­trol­lie­re Auf­bau­ten oder bin an un­se­rem Schal­ter, wo wir Ge­rä­te, wie Web­cams, Kopf­hö­rer, Ka­me­ras und Laut­spre­cher aus­lei­hen. Nach­mit­tags ar­bei­te ich an Kon­zep­ten oder op­ti­mie­re Pro­zes­se. Wenn ich Abend­an­läs­se be­glei­te, kann ein Tag auch mal lang wer­den. Aber im Ver­gleich zur pri­va­ten Ver­an­stal­tungs­bran­che habe ich eine über­schau­ba­re Zahl an Abend- und Wochen­end­ein­sät­zen, was mir als Vater von zwei Schul­kin­dern sehr entgegenkommt.

Schwie­rig ist manch­mal, dass ich Ideen aus Si­cher­heits­grün­den ab­leh­nen muss. Die Brand­ka­ta­stro­phe in Crans-Mon­tana hat je­doch er­neut ge­zeigt, wie wich­tig diese Vor­schrif­ten sind. Meine De­vise ist, nicht ein­fach «Nein» zu sa­gen, son­dern «Nein, aber» – ich suche also nach einer gu­ten Al­ter­na­ti­ve, da­mit die Ver­an­stal­ten­den nicht de­mo­ti­viert wer­den. Ich hel­fe, Ideen um­zu­set­zen, ohne die Re­geln aus den Augen zu verlieren.

Wenn ich nach einem ge­lun­ge­nen An­lass ein po­si­ti­ves Feed­back er­hal­te, freut mich das sehr. Gut in Erin­ne­rung ge­blie­ben ist mir zum Bei­spiel die Ge­ne­ral Assem­bly für Una Eu­ropa, die 2024 an der UZH statt­fand. Das war im Vor­feld und in der Um­set­zung mit viel Ko­or­di­na­tions­auf­wand ver­bun­den, am Ende waren alle sehr zu­frie­den und es gab von Teil­neh­men­den aus ganz Eu­ro­pa Lob für die Or­ga­ni­sa­tion. Dann weiss ich: Ge­nau da­für mache ich diesen Job gern.»

Stände, Ge­spräche, spon­tane Be­geg­nun­gen: Anesch­ka Berch­told und Chiara Wool­dridge an der Act­ivity Fair im Feb­ruar 2026.

«Für jede Per­son gibt es etwas»

Anesch­ka Berch­told und Chiara Wool­dridge sind Co-Lei­te­rin­nen der VS­UZH Im­puls­fa­brik. Sie un­ter­stü­tzen Stu­die­ren­de da­bei, ei­ge­ne Pro­jek­te oder Or­ga­ni­sa­tio­nen zu realisieren.

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Wir sind Aneschka und Chiara, bei­de 22, bei­de im Ba­chelor – und bei­de mit­ten­drin im stu­den­ti­schen Le­ben der Uni­ver­si­tät Zü­rich (UZH). Wir ar­bei­ten bei der Im­puls­fa­brik, dem Zen­trum für stu­den­ti­sches En­gage­ment. Kon­kret heisst das, dass wir Stu­die­ren­de un­ter­stüt­zen, die ei­ge­ne Pro­jek­te oder Or­ga­ni­sa­tio­nen auf­bauen wol­len. Wenn Leute mit ei­ner Idee zu uns kom­men, be­glei­ten wir den Auf­bau­pro­zess, ge­ben Tipps und hel­fen bei ganz prak­ti­schen Fra­gen wie Raum­bu­chun­gen oder Fi­nan­zie­rung. Wir sind also eine nie­der­schwel­li­ge An­lauf­stel­le, bei der man ein­fach ein­mal fra­gen kann.

Ein zen­tra­les Pro­jekt ist für uns die Ac­ti­vi­ty Fair. Zwei­mal im Jahr ver­wan­delt sich der Licht­hof in eine gros­se Platt­form für stu­den­ti­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen, die sich den Stu­die­ren­den prä­sen­tie­ren kön­nen. Stän­de, Ge­sprä­che, spon­ta­ne Be­geg­nun­gen – ge­nau dort pas­siert das, was wir för­dern wol­len: dass Men­schen zu­sam­men­kom­men, Kon­tak­te knüp­fen und viel­leicht et­was Neues aus­pro­bie­ren.

Ein wei­te­rer Event, den wir or­ga­ni­sie­ren, ist der jähr­li­che FV/Stud­Org-Tag. Dann la­den wir die Mit­glie­der von stu­den­ti­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen und Fach­ver­ei­nen ein, um sich aus­zu­tau­schen und neues zu ler­nen. Auch die Fach­ver­ei­ne tra­gen ja sehr viel zum Cam­pus­le­ben bei.

Was uns an un­se­rer Ar­beit be­son­ders ge­fällt, sind die Men­schen. Je­de Woche be­geg­nen wir Stu­die­ren­den, die für et­was bren­nen. Es gibt Or­ga­ni­sa­tio­nen für alles Mög­li­che: zum Bei­spiel Pro­gram­mier­clubs, kul­tu­rel­le Lan­des­ver­ei­ne, die Events rund um ihre Her­kunfts­län­der or­ga­ni­sie­ren, oder Grup­pen, die sich mit spe­zi­fi­schen In­te­res­sen be­schäf­ti­gen – vom Avia­tik­ver­ein über einen Häkel­klub bis zur Tanzgruppe.

«Diese Viel­­falt zu se­hen und zu er­­le­ben, wie le­ben­­dig die Uni­­ver­­si­­tät ist, mo­ti­­viert uns sehr.»

Anesch­ka Berch­told und Chiara Wool­dridge

Co-Lei­te­rin­nen der VS­UZH Im­puls­fa­brik

Diese Viel­falt zu se­hen und zu er­le­ben, wie le­ben­dig die Uni­ver­si­tät ist, mo­ti­viert uns sehr. Be­son­ders schön sind die Mo­men­te, in de­nen wir mer­ken, dass un­se­re Un­ter­stüt­zung et­was be­wirkt. Wenn je­mand zu uns kommt und sagt: «Dank eurem Tipp konn­ten wir un­se­ren Event um­set­zen» oder «Wir ha­ben neue Mit­glie­der gefunden».

Natür­lich ist un­ser All­tag nicht im­mer ein­fach. Wir stu­die­ren bei­de, ar­bei­ten da­ne­ben 30 Pro­zent in der Im­puls­fa­brik und en­ga­gie­ren uns in ver­schie­de­nen Pro­jek­ten in­ner­halb und aus­ser­halb der UZH ehren­amt­lich. Das er­for­dert gu­tes Zeit­manage­ment und Fle­xi­bi­li­tät. Zum Glück er­gän­zen wir uns als Team gut, auch weil wir un­ter­schied­li­che Stu­dien­fä­cher ha­ben: Chiara stu­diert In­for­ma­tik und Anesch­ka Geo­gra­fie und Po­li­tik­wis­sen­schaf­ten. Un­sere Prü­fungs­phasen sind meis­tens nicht gleich­zei­tig, so dass die eine über­neh­men kann, wenn die an­de­re ge­ra­de sehr aus­ge­las­tet ist.

Warum uns stu­den­ti­sches En­gage­ment so wich­tig ist? Wir fin­den es zen­tral, ne­ben dem Stu­dium einen Space zu ha­ben, in dem man sich aus­pro­bie­ren, ab­schal­ten und mit an­de­ren ver­net­zen kann. In stu­den­ti­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen ent­ste­hen Ge­mein­schaf­ten – und oft auch Freund­schaf­ten. Gleich­zei­tig lernt man un­glaub­lich viel: or­ga­ni­sie­ren, kom­mu­ni­zie­ren, Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Und das alles pas­siert frei­wil­lig, aus In­te­res­se und Lei­den­schaft – nicht für No­ten oder Prü­fun­gen. Man muss nicht gleich selbst einen Ver­ein grün­den oder ein gros­ses Pro­jekt star­ten, son­dern kann auch mit we­nig Zeit da­bei sein. Es gibt für jede Per­son et­was, das sie ne­ben dem Stu­di­um machen kann, die UZH hat so viel zu bieten.

Gesell­schaft­liche Ver­än­de­run­gen unterstützen: Jeannette Beh­ringer in der Mensa Rämi 59.

«Es ist ein Abenteuer»

Jeannette Beh­rin­ger ist Ver­ant­wort­li­che für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung in For­schung und Lehre im Sus­tain­abil­ity Hub der UZH. Zum Thema Nachhaltigkeit be­rät sie For­schen­de und Do­zie­ren­de und führt Work­shops durch.

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«Ich bin ein Hybrid-Mensch. Viel­leicht be­schreibt das mei­ne Ar­beit an der Uni­ver­si­tät Zü­rich am bes­ten: Ich be­we­ge mich zwi­schen For­schung und Or­ga­ni­sa­tion, zwi­schen Stra­te­gie­pa­pier und Se­mi­nar­raum. Manch­mal falle ich da­bei ein wenig aus dem Rah­men. Aber ge­nau da­rin liegt für mich der Reiz.

Ich bin im Sus­tain­abil­ity Hub für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung in For­schung und Lehre zus­tän­dig. Da­ne­ben bin ich selbst in der Nach­hal­tig­keits­for­schung im Be­reich Suf­fi­zienz tä­tig, dritt­mit­tel­fi­nan­ziert. Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung ist kein Schlag­wort, son­dern ein an­spruchs­vol­les ethi­sches und ge­sell­schaft­li­ches Leit­bild. Es geht letzt­lich um die Be­wah­rung der Um­welt­res­sour­cen und ei­nen ge­rech­ten Zu­gang für alle, und um da­für not­wen­di­ge Ver­än­de­run­gen in Wirt­schaft und Gesellschaft.

Für die Hoch­schu­len stel­len sich auf vie­len Ebe­nen Her­aus­for­de­run­gen. Im Be­reich For­schung und Lehre sind hier neue Kon­zepte ent­stan­den, die letzt­lich neue In­hal­te, For­men und Kom­pe­ten­zen für die Wis­sen­schaft ge­ne­rie­ren. Es geht auch um die Fra­ge, wie Hoch­schu­len Wis­sen nicht nur erz­eu­gen, son­dern auch wirk­sam in ge­sell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen ein­brin­gen kön­nen. Zu die­sen Grund­satz­fra­gen der Nach­hal­tig­keits­for­schung und -lehre ar­bei­te ich, be­ra­te For­schen­de und Do­zie­ren­de und führe Work­shops durch, um all dies in die Or­ga­ni­sa­tion Hoch­schule einzubringen.

«Gesell­schaft­liche Lösun­gen können nur in der Zu­sam­men­ar­beit ver­schie­dener Dis­zi­plinen ent­wickelt werden.»

Jeannette Beh­rin­ger

Ver­ant­wort­li­che für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung in For­schung und Lehre

Wichtig sind da­bei inter- und trans­dis­zi­pli­näre For­ma­te, in denen Wis­sen nicht nur ver­mit­telt, son­dern für ge­sell­schaft­li­che Fra­ge­stel­lun­gen ge­mein­sam er­ar­bei­tet wird. Ge­sell­schaft­li­che Lö­sun­gen kön­nen nur in der Zu­sam­men­ar­beit ver­schie­de­ner Dis­zi­pli­nen ent­wickelt wer­den, trans­dis­zi­pli­näre Lö­sun­gen ent­ste­hen zu­sätz­lich mit ver­schie­de­nen Wis­sens­for­men ge­sell­schaft­li­cher Ak­teu­rin­nen und Akteueren.

In der Studien­woche «Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung und Trans­for­ma­tion», die wir im Sus­tain­abil­ity Hub ent­wi­ckelt ha­ben und zu­sam­men mit der School for Trans­dis­ci­pli­nary Stu­dies durch­füh­ren, kom­men Stu­die­ren­de aus un­ter­schied­li­chen Dis­zi­pli­nen zu­sam­men und ar­bei­ten mit Pra­xis­part­nern an ge­sell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen der Nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung. Auch die Ring­vor­le­sung «Sus­tain­abil­ity Now» in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Right Live­li­hood Cen­ter liegt mir am Her­zen. Dort holen wir Stim­men an die Uni­ver­si­tät, die an­de­re Er­fah­run­gen, an­de­res Wis­sen und an­de­re Welt­zu­gän­ge mitbringen.

Beson­ders span­nend ist auch un­ser Pro­jekt Real­Trans­form an vier Hoch­schu­len, die wir als Ex­pe­ri­men­tier­raum nut­zen. Da­für holen wir ver­schie­de­ne Pers­pek­ti­ven an einen Tisch: Stu­die­ren­de, For­schen­de, Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ten­de und Ak­teu­rin­nen udn Ak­teure aus der Ge­sell­schaft. An der UZH sind zwölf Per­so­nen in die­ser Grup­pe, die an einem kon­kre­ten The­ma ar­bei­tet: nach­hal­ti­ge Er­näh­rung. Als Pro­jekt­lei­tung mache ich aber keine Vor­ga­ben, etwa im Stil von: «Ihr esst nun ein Jahr lang ve­ge­ta­risch.» Über­haupt nicht – die Teil­neh­men­den sol­len selbst de­fi­nie­ren, was nach­hal­tige Er­näh­rung für sie heisst und wel­che Mass­nah­men sie er­grei­fen wol­len. Es ist ein ge­mein­sa­mer, of­fe­ner Such­pro­zess.

Meine Rolle ist da­bei beobach­tend und re­flek­tie­rend – ich möch­te ver­ste­hen, un­ter wel­chen Be­din­gun­gen sol­che Ko­ope­ra­tio­nen funk­tio­nie­ren. Ent­ste­hen auf diese Wei­se neue Er­kennt­nisse, neue Ideen, neue Lö­sun­gen? Ich bin ge­spannt. Es ist ein klei­nes Abenteuer.»

Erlebnisse schaffen: Frank Wein­mann in der Aus­stel­lung «Benin ver­pflich­tet. Wie mit ge­raub­ten Königs­schät­zen umgehen?».

«Ausstel­lun­gen be­rüh­ren und wir­ken nach»

Frank Wein­mann ist Lei­ter der Fach­stel­le Aus­stel­lun­gen der Ab­tei­lung Cam­pus­kul­tur. Mit Know-how und Lie­be zum De­tail bringt er For­schungs­er­geb­nis­se an die Öffentlichkeit.

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Wie lässt sich For­schung so er­zäh­len, dass sie Men­schen be­rührt? Wie kann Wis­sen nicht nur ver­stan­den, son­dern er­lebt wer­den? Wel­che Rolle spielt Ästhe­tik da­bei, dass Er­kennt­nis­se in Erin­ne­rung blei­ben? Wie wird aus Wis­sen ein Er­leb­nis im Raum? Das sind die Fra­gen, die mich beschäftigen.

Ich leite ein klei­nes, ef­fi­zien­tes Team der Fach­stel­le Aus­stel­lun­gen in­ner­halb der Ab­tei­lung Cam­pus­kul­tur. Wir ent­wi­ckeln Aus­stel­lun­gen, die der Öf­fent­lich­keit For­schungs­er­geb­nis­se der UZH zei­gen. Da­ne­ben sind wir auch bei An­läs­sen wie dem Dies aca­de­mi­cus in­vol­viert. Un­sere Stär­ken sind der ge­samt­heit­li­che Blick, die grosse Er­fah­rung und die Um­set­zung aus einem Guss.

Die In­hal­te für die Aus­stel­lun­gen er­hal­te ich von UZH-For­schen­den. Die­se In­hal­te um­fas­sen wich­ti­ge und viel­fach auch ganz neue wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se, die dem brei­ten Pu­bli­kum ver­mit­telt wer­den sol­len. Bei der ge­stal­te­ri­schen Um­set­zung bin ich von der ers­ten Idee bis zur Er­öff­nung mit da­bei, ich über­neh­me die kon­zep­tio­nel­le und die or­ga­ni­sa­to­ri­sche Planung.

«Mir ist wichtig, dass die Be­su­­che­­rin­­nen und Be­­su­­cher von Aus­­stel­­lun­­gen ein Er­leb­­nis ha­ben, das ver­­schie­­de­ne Sinne an­spricht»

Frank Wein­mann

Lei­ter der Fach­stel­le Aus­stel­lun­gen

Sobald das kon­zep­tio­nel­le Fun­da­ment steht, prä­zi­sie­ren sich die sze­no­gra­fi­schen Fra­ge­stel­lun­gen: Wo wer­den In­for­ma­tions­trä­ger wie Info­ta­feln po­si­tio­niert? An wel­cher Stelle ent­fal­ten Medien wie Pro­jek­tio­nen oder ge­ziel­te Licht­ak­zente ihre Wir­kung? Wel­che Farb-, Ma­te­rial- und Ober­flä­chen­wel­ten de­fi­nie­ren die At­mos­phäre des Raums? Dank der tech­ni­schen In­fra­struk­tur un­se­rer Werk­statt sind wir in der Lage, Aus­stel­lun­gen ef­fi­zient und zu­gleich in­di­vi­duell um­zu­set­zen. Ein Gross­teil der Ele­men­te ent­steht di­rekt bei uns im Haus – von mass­ge­fer­tig­ten Vi­tri­nen bis hin zu deren farb­li­cher Aus­ar­bei­tung im Ein­klang mit dem ge­stal­te­ri­schen Gesamt­konzept.

De­tails sind ent­schei­dend: Für die Aus­stel­lung der Benin-Bron­zen wähl­ten wir eine Far­be, deren Aus­düns­tun­gen die Ob­jek­te nicht schä­di­gen. Bei Tex­ti­lien schauen wir da­rauf, dass Schein­wer­fer die Stof­fe nicht ausbleichen.

Mir ist wich­tig, dass die Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher bei Aus­stel­lun­gen ein Er­leb­nis ha­ben, das ver­schie­de­ne Sinne an­spricht. Manch­mal sehe ich, wie Be­su­chen­de plötz­lich in­ne­hal­ten, sich aus­tau­schen oder sicht­bar be­rührt sind. Aus­stel­lun­gen kön­nen nicht nur Wis­sen ver­mit­teln, son­dern auch Ver­bin­dun­gen schaf­fen – zwischen Men­schen und The­men, aber auch zwi­schen der Uni­ver­si­tät und der Öffentlichkeit.

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