Campus-Storys
Exzellente Leistungen werden möglich, wo Menschen sich vernetzen und gut zusammenarbeiten. Entdecken Sie Persönlichkeiten, die zu einem lebendigen Miteinander an der UZH beitragen und den Dialog zwischen Universität und Gesellschaft unterstützen.

Morana Mihaljević, ist Leiterin des Science Lab und des Science Pavilion UZH und sorgt dafür, dass Forschungsergebnisse verständlich vermittelt werden.
«Wie entstand das Universum? Wie kommunizieren die Tiere? Wie funktionieren neue Krebstherapien? Auf solche Fragen liefern wir im Science Pavilion UZH Antworten. Wir geben den Besuchenden einen Einblick in die Forschung der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät (MNF). Im Science Lab UZH führen wir pro Jahr mehr als 200 Workshops für Schulklassen durch, von der Primarschule bis Sek II, und ergänzen das mit Formaten für die Kinder-Universität.
Bei den Ausstellungen im Science Pavilion UZH haben wir im Lauf der Zeit unseren Stil gefunden: weg von den Ausstellungswänden mit viel Text, hin zu interaktiven Formaten mit klarer Dramaturgie. Für zusätzliche Informationen setzen wir nun häufig auf Bildschirme. Nicht alles funktioniert sofort – aber mit jeder Ausstellung lernen wir etwas Neues dazu.
Entscheidend ist für mich immer die Frage: Worum geht es im Kern? Was sollen die Besuchenden in drei Monaten noch wissen oder fühlen? Diese Reduktion auf das Wesentliche ist eine Herausforderung, macht mir aber auch grossen Spass.
Ich glaube, wir Menschen sind einfach neugierig. Unsere Aufgabe ist es, Forschungsergebnisse im Science Pavilion UZH so zu vermitteln, dass sie für die Besuchenden konkret werden. Beim Thema Elementarteilchen arbeiten wir beispielsweise mit Experimenten. Bei der evolutionären Anthropologie zeigen wir die Werkzeuge der Forschenden. Für die Mathematik haben wir auf haptische Elemente gesetzt.

«Wir wollen zeigen, wie Wissenschaft überhaupt funktioniert und wie das Wissen entsteht.»
Leiterin des Science Lab und des Science Pavilion UZH
Zu meinen Aufgaben als Leiterin zählen auch Human Resources, Finanzen und Strategie, letzteres gemeinsam mit dem Dekanat der MNF. Mal sitze ich über dem Budget und den Stundenabrechnungen, mal diskutiere ich mit Forschenden, wie man ihr Thema so erzählt, dass es verständlich ist – aber nicht banal.
Gerade freue ich mich auf unsere neue Dauerausstellung, die wir, wenn alles klappt, im Sommer eröffnen. Der Arbeitstitel lautet «Abenteuer Forschung». Die Idee ist eine Art Reise, fast wie eine Zugfahrt, mit übergeordneten Themen, die in jeder Forschung stecken: Teamwork statt Genie-Mythos, Ausdauer, Modelle, Neugier, Präzision – und auch Unsicherheit. Wir wollen zeigen, wie Wissenschaft überhaupt funktioniert und wie das Wissen entsteht.
Früher habe ich selbst in der Paläoökologie geforscht. Dieses Gebiet fasziniert mich noch immer sehr, aber die Ergebnisse meiner Forschung interessierten meist nur einen kleinen Kreis von Fachleuten. Heute lerne ich ständig neue Themen kennen und kann sie einem breiten Publikum näherbringen. Genau das ist für mich unglaublich bereichernd.
Was ich mir wünsche? Dass der Science Pavilion UZH noch stärker als Begegnungsort wahrgenommen wird, auch von den Studierenden. Als Ort, an dem man verweilt, diskutiert, staunt. Und der sichtbar macht, was sonst hinter verschlossenen Türen geschieht.»

Elyas Sugiarto ist Projektleiter für Veranstaltungen an den Standorten Zentrum und Oerlikon. Beim Koordinieren von Anlässen behält er den Überblick und denkt an jedes Detail.
«Als Projektleiter Veranstaltungen bin ich das Bindeglied zwischen den Veranstaltenden – meist Institute oder Uni-Angehörige, manchmal auch Externe – und all den Stellen im Haus, die es für einen gelungenen Anlass braucht. Technik, Infrastruktur, Abläufe: Ich kenne die Wege, die Zuständigkeiten und oft auch die Stolpersteine.
Beamer, Mikrofon, Tonanlage – das kann trivial wirken, ist es aber selten. Wo steht der Referent in der Aula? Wie läuft ein Podiumsgespräch szenografisch rund? Reicht der Strom im Raum für zusätzliche Geräte? Braucht es Starkstrom oder sind spezielle Aufbauten nötig? Das koordiniere ich mit unserem Team im Veranstaltungsdienst als Teil des Betriebsdiensts Zentrum. Wir sind 14 Personen an den Standorten Zentrum und Oerlikon, arbeiten in zwei Schichten – und sind meist die Ersten im Haus und die Letzten, die gehen.
Neben dem Tagesgeschäft beschäftige ich mich mit verschiedenen Konzepten, etwa mit Bestuhlungsplänen für die verschiedenen Räumlichkeiten der Lehre. Ein wichtiges Thema ist auch die Barrierefreiheit. Wir haben ein Konzept entwickelt, das wir bei Bedarf anwenden. Es gibt zum Beispiel gute Tools für automatische Live-Untertitel bei Vorträgen. Ein weiterer Aspekt ist die Platzierung von Rollstuhlfahrenden: Wir schaffen Nischen an verschiedenen Stellen im Veranstaltungsraum, statt alle in die hinterste Reihe zu setzen.

«Ich kenne die Wege, die Zuständigkeiten und oft auch die Stolpersteine.»
Projektleiter für Veranstaltungen
Was ich an meinem Job mag? Dass kein Tag dem anderen gleicht. Morgens starte ich um sieben, arbeite Mails ab, kontrolliere Aufbauten oder bin an unserem Schalter, wo wir Geräte, wie Webcams, Kopfhörer, Kameras und Lautsprecher ausleihen. Nachmittags arbeite ich an Konzepten oder optimiere Prozesse. Wenn ich Abendanlässe begleite, kann ein Tag auch mal lang werden. Aber im Vergleich zur privaten Veranstaltungsbranche habe ich eine überschaubare Zahl an Abend- und Wochenendeinsätzen, was mir als Vater von zwei Schulkindern sehr entgegenkommt.
Schwierig ist manchmal, dass ich Ideen aus Sicherheitsgründen ablehnen muss. Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat jedoch erneut gezeigt, wie wichtig diese Vorschriften sind. Meine Devise ist, nicht einfach «Nein» zu sagen, sondern «Nein, aber» – ich suche also nach einer guten Alternative, damit die Veranstaltenden nicht demotiviert werden. Ich helfe, Ideen umzusetzen, ohne die Regeln aus den Augen zu verlieren.
Wenn ich nach einem gelungenen Anlass ein positives Feedback erhalte, freut mich das sehr. Gut in Erinnerung geblieben ist mir zum Beispiel die General Assembly für Una Europa, die 2024 an der UZH stattfand. Das war im Vorfeld und in der Umsetzung mit viel Koordinationsaufwand verbunden, am Ende waren alle sehr zufrieden und es gab von Teilnehmenden aus ganz Europa Lob für die Organisation. Dann weiss ich: Genau dafür mache ich diesen Job gern.»

Aneschka Berchtold und Chiara Wooldridge sind Co-Leiterinnen der VSUZH Impulsfabrik. Sie unterstützen Studierende dabei, eigene Projekte oder Organisationen zu realisieren.
Wir sind Aneschka und Chiara, beide 22, beide im Bachelor – und beide mittendrin im studentischen Leben der Universität Zürich (UZH). Wir arbeiten bei der Impulsfabrik, dem Zentrum für studentisches Engagement. Konkret heisst das, dass wir Studierende unterstützen, die eigene Projekte oder Organisationen aufbauen wollen. Wenn Leute mit einer Idee zu uns kommen, begleiten wir den Aufbauprozess, geben Tipps und helfen bei ganz praktischen Fragen wie Raumbuchungen oder Finanzierung. Wir sind also eine niederschwellige Anlaufstelle, bei der man einfach einmal fragen kann.
Ein zentrales Projekt ist für uns die Activity Fair. Zweimal im Jahr verwandelt sich der Lichthof in eine grosse Plattform für studentische Organisationen, die sich den Studierenden präsentieren können. Stände, Gespräche, spontane Begegnungen – genau dort passiert das, was wir fördern wollen: dass Menschen zusammenkommen, Kontakte knüpfen und vielleicht etwas Neues ausprobieren.
Ein weiterer Event, den wir organisieren, ist der jährliche FV/StudOrg-Tag. Dann laden wir die Mitglieder von studentischen Organisationen und Fachvereinen ein, um sich auszutauschen und neues zu lernen. Auch die Fachvereine tragen ja sehr viel zum Campusleben bei.
Was uns an unserer Arbeit besonders gefällt, sind die Menschen. Jede Woche begegnen wir Studierenden, die für etwas brennen. Es gibt Organisationen für alles Mögliche: zum Beispiel Programmierclubs, kulturelle Landesvereine, die Events rund um ihre Herkunftsländer organisieren, oder Gruppen, die sich mit spezifischen Interessen beschäftigen – vom Aviatikverein über einen Häkelklub bis zur Tanzgruppe.

«Diese Vielfalt zu sehen und zu erleben, wie lebendig die Universität ist, motiviert uns sehr.»
Co-Leiterinnen der VSUZH Impulsfabrik
Diese Vielfalt zu sehen und zu erleben, wie lebendig die Universität ist, motiviert uns sehr. Besonders schön sind die Momente, in denen wir merken, dass unsere Unterstützung etwas bewirkt. Wenn jemand zu uns kommt und sagt: «Dank eurem Tipp konnten wir unseren Event umsetzen» oder «Wir haben neue Mitglieder gefunden».
Natürlich ist unser Alltag nicht immer einfach. Wir studieren beide, arbeiten daneben 30 Prozent in der Impulsfabrik und engagieren uns in verschiedenen Projekten innerhalb und ausserhalb der UZH ehrenamtlich. Das erfordert gutes Zeitmanagement und Flexibilität. Zum Glück ergänzen wir uns als Team gut, auch weil wir unterschiedliche Studienfächer haben: Chiara studiert Informatik und Aneschka Geografie und Politikwissenschaften. Unsere Prüfungsphasen sind meistens nicht gleichzeitig, so dass die eine übernehmen kann, wenn die andere gerade sehr ausgelastet ist.
Warum uns studentisches Engagement so wichtig ist? Wir finden es zentral, neben dem Studium einen Space zu haben, in dem man sich ausprobieren, abschalten und mit anderen vernetzen kann. In studentischen Organisationen entstehen Gemeinschaften – und oft auch Freundschaften. Gleichzeitig lernt man unglaublich viel: organisieren, kommunizieren, Verantwortung übernehmen. Und das alles passiert freiwillig, aus Interesse und Leidenschaft – nicht für Noten oder Prüfungen. Man muss nicht gleich selbst einen Verein gründen oder ein grosses Projekt starten, sondern kann auch mit wenig Zeit dabei sein. Es gibt für jede Person etwas, das sie neben dem Studium machen kann, die UZH hat so viel zu bieten.

Jeannette Behringer ist Verantwortliche für Nachhaltige Entwicklung in Forschung und Lehre im Sustainability Hub der UZH. Zum Thema Nachhaltigkeit berät sie Forschende und Dozierende und führt Workshops durch.
«Ich bin ein Hybrid-Mensch. Vielleicht beschreibt das meine Arbeit an der Universität Zürich am besten: Ich bewege mich zwischen Forschung und Organisation, zwischen Strategiepapier und Seminarraum. Manchmal falle ich dabei ein wenig aus dem Rahmen. Aber genau darin liegt für mich der Reiz.
Ich bin im Sustainability Hub für Nachhaltige Entwicklung in Forschung und Lehre zuständig. Daneben bin ich selbst in der Nachhaltigkeitsforschung im Bereich Suffizienz tätig, drittmittelfinanziert. Nachhaltige Entwicklung ist kein Schlagwort, sondern ein anspruchsvolles ethisches und gesellschaftliches Leitbild. Es geht letztlich um die Bewahrung der Umweltressourcen und einen gerechten Zugang für alle, und um dafür notwendige Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft.
Für die Hochschulen stellen sich auf vielen Ebenen Herausforderungen. Im Bereich Forschung und Lehre sind hier neue Konzepte entstanden, die letztlich neue Inhalte, Formen und Kompetenzen für die Wissenschaft generieren. Es geht auch um die Frage, wie Hochschulen Wissen nicht nur erzeugen, sondern auch wirksam in gesellschaftliche Veränderungen einbringen können. Zu diesen Grundsatzfragen der Nachhaltigkeitsforschung und -lehre arbeite ich, berate Forschende und Dozierende und führe Workshops durch, um all dies in die Organisation Hochschule einzubringen.

«Gesellschaftliche Lösungen können nur in der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen entwickelt werden.»
Verantwortliche für Nachhaltige Entwicklung in Forschung und Lehre
Wichtig sind dabei inter- und transdisziplinäre Formate, in denen Wissen nicht nur vermittelt, sondern für gesellschaftliche Fragestellungen gemeinsam erarbeitet wird. Gesellschaftliche Lösungen können nur in der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen entwickelt werden, transdisziplinäre Lösungen entstehen zusätzlich mit verschiedenen Wissensformen gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteueren.
In der Studienwoche «Nachhaltige Entwicklung und Transformation», die wir im Sustainability Hub entwickelt haben und zusammen mit der School for Transdisciplinary Studies durchführen, kommen Studierende aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und arbeiten mit Praxispartnern an gesellschaftlichen Herausforderungen der Nachhaltigen Entwicklung. Auch die Ringvorlesung «Sustainability Now» in Zusammenarbeit mit dem Right Livelihood Center liegt mir am Herzen. Dort holen wir Stimmen an die Universität, die andere Erfahrungen, anderes Wissen und andere Weltzugänge mitbringen.
Besonders spannend ist auch unser Projekt RealTransform an vier Hochschulen, die wir als Experimentierraum nutzen. Dafür holen wir verschiedene Perspektiven an einen Tisch: Studierende, Forschende, Verwaltungsmitarbeitende und Akteurinnen udn Akteure aus der Gesellschaft. An der UZH sind zwölf Personen in dieser Gruppe, die an einem konkreten Thema arbeitet: nachhaltige Ernährung. Als Projektleitung mache ich aber keine Vorgaben, etwa im Stil von: «Ihr esst nun ein Jahr lang vegetarisch.» Überhaupt nicht – die Teilnehmenden sollen selbst definieren, was nachhaltige Ernährung für sie heisst und welche Massnahmen sie ergreifen wollen. Es ist ein gemeinsamer, offener Suchprozess.
Meine Rolle ist dabei beobachtend und reflektierend – ich möchte verstehen, unter welchen Bedingungen solche Kooperationen funktionieren. Entstehen auf diese Weise neue Erkenntnisse, neue Ideen, neue Lösungen? Ich bin gespannt. Es ist ein kleines Abenteuer.»

Frank Weinmann ist Leiter der Fachstelle Ausstellungen der Abteilung Campuskultur. Mit Know-how und Liebe zum Detail bringt er Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.
Wie lässt sich Forschung so erzählen, dass sie Menschen berührt? Wie kann Wissen nicht nur verstanden, sondern erlebt werden? Welche Rolle spielt Ästhetik dabei, dass Erkenntnisse in Erinnerung bleiben? Wie wird aus Wissen ein Erlebnis im Raum? Das sind die Fragen, die mich beschäftigen.
Ich leite ein kleines, effizientes Team der Fachstelle Ausstellungen innerhalb der Abteilung Campuskultur. Wir entwickeln Ausstellungen, die der Öffentlichkeit Forschungsergebnisse der UZH zeigen. Daneben sind wir auch bei Anlässen wie dem Dies academicus involviert. Unsere Stärken sind der gesamtheitliche Blick, die grosse Erfahrung und die Umsetzung aus einem Guss.
Die Inhalte für die Ausstellungen erhalte ich von UZH-Forschenden. Diese Inhalte umfassen wichtige und vielfach auch ganz neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die dem breiten Publikum vermittelt werden sollen. Bei der gestalterischen Umsetzung bin ich von der ersten Idee bis zur Eröffnung mit dabei, ich übernehme die konzeptionelle und die organisatorische Planung.

«Mir ist wichtig, dass die Besucherinnen und Besucher von Ausstellungen ein Erlebnis haben, das verschiedene Sinne anspricht»
Leiter der Fachstelle Ausstellungen
Sobald das konzeptionelle Fundament steht, präzisieren sich die szenografischen Fragestellungen: Wo werden Informationsträger wie Infotafeln positioniert? An welcher Stelle entfalten Medien wie Projektionen oder gezielte Lichtakzente ihre Wirkung? Welche Farb-, Material- und Oberflächenwelten definieren die Atmosphäre des Raums? Dank der technischen Infrastruktur unserer Werkstatt sind wir in der Lage, Ausstellungen effizient und zugleich individuell umzusetzen. Ein Grossteil der Elemente entsteht direkt bei uns im Haus – von massgefertigten Vitrinen bis hin zu deren farblicher Ausarbeitung im Einklang mit dem gestalterischen Gesamtkonzept.
Details sind entscheidend: Für die Ausstellung der Benin-Bronzen wählten wir eine Farbe, deren Ausdünstungen die Objekte nicht schädigen. Bei Textilien schauen wir darauf, dass Scheinwerfer die Stoffe nicht ausbleichen.
Mir ist wichtig, dass die Besucherinnen und Besucher bei Ausstellungen ein Erlebnis haben, das verschiedene Sinne anspricht. Manchmal sehe ich, wie Besuchende plötzlich innehalten, sich austauschen oder sichtbar berührt sind. Ausstellungen können nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Verbindungen schaffen – zwischen Menschen und Themen, aber auch zwischen der Universität und der Öffentlichkeit.