Forschung und Innovation
Die UZH setzt ihre Ressourcen strategisch ein, um ihre Forschung nachhaltig zu stärken – zum Nutzen der Gesellschaft.
Bestehende Stärken stärken und die einzigartige fachliche Vielfalt der UZH durch interdisziplinäre Vernetzung nutzen – dieser Strategie des «Thought Leadership» folgt die Forschungsförderung der UZH. Die Forschung an der UZH interessiert sich für die komplexen Fragen der Menschheit und engagiert sich für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen.
Ein bereits seit 20 Jahren bestehendes strategisches Förderinstrument sind die Universitären Forschungsschwerpunkte (UFSP). Sie werden kompetitiv ausgeschrieben, haben eine maximale Laufzeit von zwölf Jahren und bündeln Expertise aus verschiedenen Fachbereichen. Ziel ist es, wissenschaftliche Fragestellungen zu gesellschaftlich relevanten Themen zu adressieren. Die UFSP der dritten Serie laufen mehrheitlich bis 2028, jene der zweiten Serie endeten 2024.
Im Hinblick auf die Weiterentwicklung ihrer Förderinstrumente führte die UZH eine Wirkungsanalyse der acht UFSP der zweiten Serie durch. Sie zeigt, dass die UFSP viele nachhaltige Effekte über ihre Laufzeit hinaus erzielten. Zur langfristigen Verstetigung der aufgebauten Expertise trugen acht Studien- und Doktoratsprogramme sowie 25 neu geschaffene bzw. umgewidmete Professuren bei. Insgesamt 470 Nachwuchsforschende wurden gefördert und 650 öffentliche Veranstaltungen durchgeführt. Die Forschungsarbeit der acht UFSP floss in 4200 wissenschaftliche Publikationen und in mehr als 30 politische Entscheidungsprozesse ein.
Im Zusammenhang mit den UFSP wurden zudem vier Forschungszentren gegründet oder nachhaltig gestärkt: das Zurich Center for Linguistics, das UZH Blockchain Center, das Healthy Longevity Center und das Comprehensive Cancer Center. Zu den bleibenden Strukturen zählen ausserdem vier neue Technologieplattformen und Datenbanken mit nationaler und internationaler Ausrichtung und Strahlkraft, darunter die Linguistic Research Infrastructure.
Mit interdisziplinärer Spitzenforschung, gemeinschaftlicher Methodenentwicklung und der Bereitstellung offener Forschungsdaten leisten die UFSP einen wichtigen Beitrag zur Exzellenzstrategie der UZH. Die verstetigten Bereiche spiegeln inhaltlich den Führungsanspruch der UZH wider, so zum Beispiel im holistisch zu denkenden Gebiet des Healthy Aging.
Die Herausforderung besteht nun darin, die neu entstandenen interdisziplinären Ansätze, Netzwerke und Zentren in den universitären Strukturen zu verankern. Zusammen mit den Fakultäten und Ständen prüft das Prorektorat Forschung derzeit Varianten, wie die interdisziplinäre Forschungszusammenarbeit noch gezielter gefördert werden kann. Ziel ist es, erfolgreiche Initiativen einfacher im Forschungs- und Lehralltag der UZH einzubetten und sicherzustellen, dass die zur Anschubfinanzierung eingesetzten Ressourcen eine möglichst nachhaltige, disziplinenverschränkende Wirkung erzielen.
Die UZH hat die Präzisionsmedizin auch 2025 konsequent vorangetrieben – mit sichtbarem Erfolg. Ab 2026 treten vier Forschungsprojekte in die klinische Phase ein. Dieser Schritt unterstreicht die Wirksamkeit der Förderung durch die Universitäre Medizin Zürich (UMZH): Forschung, Datenanalyse und klinische Anwendung verzahnen sich immer enger. Ziel ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse rascher in Therapien zu überführen und die Krebsbehandlung gezielter und wirksamer zu gestalten.
Je enger Forschung und klinische Anwendung zusammenrücken, desto grösser wird der Bedarf an leistungsfähiger Dateninfrastruktur. Vor diesem Hintergrund ging Ende 2025 die zentrale Biomedizininformatik-Plattform in die Testphase. Sie ermöglicht es Forschenden, umfangreiche klinische und molekulare Daten effizient zu verknüpfen und auszuwerten.
Auch strukturell baut die UZH ihre Kompetenzen aus. Ein neu geschaffener Lehrstuhl für Gendermedizin verankert geschlechtsspezifische Perspektiven dauerhaft in Forschung und Lehre und trägt dazu bei, präzisionsmedizinische Ansätze differenzierter und wirksamer zu gestalten.
Getragen werden diese Entwicklungen von einem eng verzahnten Netzwerk: The LOOP Zurich, das Tumor Profiler Center und das Comprehensive Cancer Center Zürich bündeln ihre Expertise unter dem Dach der UMZH, zu der neben der UZH auch die ETH Zürich sowie die vier universitären Spitäler gehören.
Mit den Projekten Children & Cancer und Muoniverse gehen zwei von insgesamt sechs neu bewilligten NFS der sechsten Serie an die UZH – ein historischer Erfolg, der das Ergebnis langfristiger strategischer Investitionen ist.
Der NFS Children & Cancer (UZH/Universität Lausanne) bündelt erstmals national die bislang fragmentierten Forschungsaktivitäten in der Kinderonkologie und verbindet Grundlagenforschung, Innovation und klinische Anwendung. Im Fokus stehen präzisere Diagnosen und individuell angepasste Therapien, die den biologischen Besonderheiten kindlicher Tumoren Rechnung tragen. Geplant ist unter anderem der Aufbau einer nationalen Plattform für präzise Tumorcharakterisierung. Die starke Stellung der Universitären Medizin Zürich in der Präzisionsonkologie bildet dafür exzellente Voraussetzungen.
Der NFS Muoniverse (UZH/Paul Scherrer Institut) erschliesst das Potenzial der Myonenforschung für Wissenschaft und Anwendung. Die Myonenstrahl-Technologie spielt nicht nur in der Teilchenphysik eine wichtige Rolle, sondern schafft auch neue Möglichkeiten in der Materialforschung und -entwicklung. Der Forschungsschwerpunkt baut auf einer international führenden gemeinsamen Forschungsinfrastruktur auf und stärkt die Vernetzung der beteiligten Institutionen in diesem zukunftsweisenden Bereich.
Das Projekt Children & Cancer wird vom Bund in den nächsten vier Jahren mit rund 17,0 Mio. CHF unterstützt, Muoniverse mit 14,3 Mio. CHF. Ausserdem sind UZH-Forschende am neuen NFS CLIM+ zu Klimaextremen beteiligt – mit der ETH Zürich und der Universität Bern als Heiminstitutionen. Die UZH ist weiterhin Heiminstitution des 2019 gegründeten NFS Evolving Language. Alle NFS stärken die Spitzenforschung an der UZH nachhaltig.
Die Förderlinie TRANSFORM dient dazu, Bottom-up-Initiativen von Forschenden zu beschleunigen und in verstetigte Strukturen zu überführen, die der Weiterentwicklung der gesamten Universität nützen – sowohl durch Schaffung neuer als auch durch Reorganisation bestehender Einheiten. 2025 wurden zwei neue TRANSFORM-Projekte bewilligt: Zum einen soll an der UZH ein «Responsible AI Cluster» entstehen, das verantwortungsvolle Forschung, Lehre und Wissensvermittlung zu künstlicher Intelligenz vorantreibt, den Technologietransfer fördert und die interdisziplinären Kompetenzen an der UZH bündelt. Geplant sind unter anderem je ein Lehrstuhl am Institut für Informatik und am Institut für Mathematische Modellierung und Machine Learning sowie eine Geschäftsstelle. Zum anderen soll mit dem «CrimeLabUZH» künftig ein interfakultäres Forschungszentrum realisiert werden. Ziel sind die Integration und die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche aus Medizin, Rechtswissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften, Ökonomie, Theologie und Religionswissenschaften, um Ursachen, Kontrollmechanismen, Viktimisierung und neue Formen von Kriminalität interdisziplinär zu untersuchen. Das «Responsible AI Cluster» erhält eine Anschubfinanzierung von 1,7 Mio. CHF, das «CrimeLabUZH» von 1,5 Mio. CHF.
Technologieplattformen ermöglichen Forschung auf höchstem Niveau, indem sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern modernste Geräte, Methoden und Expertise zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen. Die UZH betreibt rund 35 solcher Plattformen, davon zwölf strategische Technologieplattformen, die jährlich von über 4000 Forschenden aller UZH-Fakultäten sowie von externen Forschenden sowohl aus dem akademischen Bereich als auch aus der Industrie genutzt werden. Ausserdem sind zehn UZH-Projekte auf die nationale Roadmap für Forschungsinfrastrukturen 2025 aufgenommen worden – die höchste Auszeichnung für exzellente Forschungsinfrastruktur in der Schweiz.
Da die Finanzierung solcher Infrastrukturen eine Herausforderung darstellt, hat eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der UZH im Rahmen von swissuniversities eine neue Strategie zur schweizweiten Planung, Governance und Finanzierung strategischer Infrastruktur entwickelt. Gleichzeitig wurde ein internes Finanzierungsinstrument geschaffen, das die Führungsrolle der UZH im Bereich höchstentwickelter Forschungsinfrastrukturen in vielen Disziplinen sichern soll.
Drittmitteleinwerbungen sind ein zentraler Indikator für die Qualität und die Wettbewerbsfähigkeit der Forschung. 2025 stammten 21 Prozent des Gesamtbudgets der UZH aus Drittmitteln, was einem Volumen von 360 Mio. CHF entspricht.
Bei den kompetitiven Drittmitteln des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), die während des teilweisen Ausschlusses der Schweiz aus dem Forschungsprogramm Horizon Europe zwischen 2021 und 2024 ersatzweise vergeben wurden, erreichte die UZH eine Spitzenposition: Von insgesamt 611 Mio. CHF an Fördermitteln gingen 78 Mio. CHF an die UZH, damit war sie – nach der ETH Zürich – die am zweitmeisten geförderte Hochschule der Schweiz.
Auch bei den hochkompetitiven Förderinstrumenten des Europäischen Forschungsrats (ERC), zu denen seit 2025 wieder voller Zugang besteht, ist die UZH erfolgreich: Neun Consolidator Grants, zwei Starting Grants und ein Proof of Concept Grant gingen an UZH-Forschende, wobei die Philosophische, die Wirtschaftswissenschaftliche und die Medizinische Fakultät besonders erfolgreich abschnitten. Zudem konnte Ohad Medalia, Professor für Biochemie an der UZH, 2025 bereits zum zweiten Mal einen der prestigeträchtigen ERC Synergy Grants einwerben. Das internationale Forschungsprojekt zur strukturellen Organisation von Chromosomen während der Zellteilung wird mit insgesamt 10,3 Mio. EUR gefördert, davon entfallen 3,3 Mio. EUR auf die UZH.
Zwei weitere Beispiele veranschaulichen die Bandbreite erfolgreicher Drittmitteleinwerbungen an der UZH 2025: Die Forschungsinitiative CHEF (Swiss High Energy Physics for the FCC, MNF) zur Weiterentwicklung der Schweizer Teilchenphysik wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) mit 4,8 Mio. CHF unterstützt. Unter der Federführung der UZH sichert das Programm die Schweizer Beteiligung am geplanten Future Circular Collider (FCC) der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN).
Das Jacobs Center for Productive Youth Development (PHF, WWF) untersucht die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontexten. Die Grundfinanzierung erfolgt je zur Hälfte durch die UZH und die Jacobs Foundation. Zusätzlich akquiriert das Center jährlich Drittmittel in Höhe von 1–2 Mio. CHF. Im Jahr 2025 warb es erfolgreich 3,8 Mio. CHF ein, davon 3,2 Mio. für das Projekt Swiss EdLab – eine nationale Plattform, die Erkenntnisse aus Bildungs- und Entwicklungsforschung in die Praxis überführt.
Die UZH leistet einen substanziellen Beitrag zur Innovationskraft des Wirtschafts- und Forschungsstandorts Zürich sowie der Schweiz insgesamt. In den vergangenen vier Jahren verzeichnete die UZH pro Jahr durchschnittlich 37 Patentanmeldungen und sechs Gründungen von Spin-off-Firmen, die Forschungsergebnisse der UZH zur Marktreife bringen.
Der UZH Innovation Hub – die Drehscheibe zur Innovationsförderung an der UZH – ergänzt schrittweise seine etablierten Instrumente. So wurde im Jahr 2024 das Strukturförderprogramm DRIVE lanciert. Es stösst mit 26 Projekteingaben bei Forschungsgruppen auf grosse Beachtung. Im Jahr 2025 wurde das Förderportfolio, das den Fokus bisher auf Forschende legte, auch für die Zielgruppe Studierende ausgebaut: Mit dem neuen Studienprogramm «Innovation & Entrepreneurship» schafft die UZH erstmals ein Masterprogramm, das unternehmerische Kompetenzen systematisch vermittelt und Studierenden aller Fakultäten offensteht. Der dreisemestrige Minor fördert interdisziplinäre Teamarbeit und schafft durch Einbindung externer Partner einen starken Praxisbezug. Die Einführung des Programms im Herbstsemester 2026 markiert einen wichtigen Schritt, um unternehmerisches Denken frühzeitig in der akademischen Ausbildung zu verankern.
Parallel dazu verbesserte der Innovation Hub die institutionellen Voraussetzungen für den Ausbau von Industriepartnerschaften. Ein zentraler Baustein hierfür ist die neu geschaffene Funktion des Industry Engagement Manager, die den Zugang zu strategischen Partnern strukturiert und professionalisiert. Ergänzend stärkten Open-Innovation-Formate – wie der weltweit erste Starlab Space Hackathon im November 2025 – die Position der UZH als Impulsgeberin für zukunftsweisende Innovationen.
Der UZH Space Hub übernimmt beim Aufbau eines internationalen Raumfahrtökosystems in Zürich eine tragende Rolle. Eine Schlüsselpartnerschaft besteht seit 2024 mit dem Konsortium Starlab Space, das am Innovation Park Zurich (IPZ) die europäische Basis der geplanten Raumstationen realisieren will. In Verbindung mit dem Center for Space and Aviation Switzerland and Liechtenstein (CSA) baute der Space Hub 2025 sein internationales Netzwerk gezielt aus und bereitete die Zusammenarbeit mit der Agentur Space Florida, der University of Florida sowie dem Voyager Technologies Institute vor. Diese Partnerschaften eröffnen neue Zugänge zu Infrastruktur, Forschung und Märkten und tragen dazu bei, den Switzerland Innovation Park Zurich als Knotenpunkt einer künftigen europäischen New Space Economy zu positionieren.
Die enge Verbindung von Forschung, Lehre und klinischer Versorgung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Medizinstandort Zürich. Vor diesem Hintergrund fördert die UZH seit 2024 das Advanced Clinician Scientist Program (ACS), das Ärztinnen und Ärzte mit abgeschlossener Facharztausbildung anspricht, die eine akademische Laufbahn anstreben und sowohl in Klinik als auch Forschung aktiv sind.
Im Jahr 2025 wurden acht vielversprechende Nachwuchsforschende ausgewählt – aus insgesamt 80 Bewerbungen. Die ausgewählten Kandidatinnen und Kandidaten überzeugten in einem hochkompetitiven Auswahlverfahren und erhalten nun geschützte Forschungszeit, Zugang zu technischem Personal und grosszügig Fördermittel für eigenständige Projekte. Damit stärkt das Programm gezielt die Verbindung von Spitzenforschung und klinischer Praxis. Die nächste Bewerbungsrunde startet im Frühjahr 2026.

Die UZH ist Heiminstitution des neuen Nationalen Forschungsschwerpunkts Children & Cancer. Ziel ist es, Krebstherapien weiter zu verbessern. Der dreijährige Thiago (Bild) wurde am Universitäts-Kinderspital Zürich erfolgreich gegen Leukämie behandelt.
Der Translational Medicine Accelerator (TMA) der Universitären Medizin Zürich (UMZH) begleitete 2025 erneut Forschende dabei, ihre medizinischen Innovationen von der Forschung zur Marktreife zu entwickeln. Er bietet massgeschneiderte Beratung, unternehmerische Schulungen, Mentoring und Zugang zu Industriepartnern und Investoren, um vielversprechende Projekte in Spin-offs, Kooperationen oder Partnerschaften zu überführen.
Im Jahr 2025 wurde zudem der Zurich Hub for Drug and Device Development (ZH3D) lanciert: Während der TMA vor allem die frühen translationalen Stadien und die kommerzielle Umsetzung unterstützt, stellt ZH3D die technische, regulatorische und qualitätsgesicherte Weiterentwicklung von Wirkstoffen und Medizinprodukten bereit, sodass Projekte für klinische Tests und Marktzugang vorbereitet werden. Gemeinsam bilden TMA und ZH3D eine durchgängige Brücke von der Idee bis zur klinischen Anwendung und beschleunigen die Translation von Forschungsergebnissen zum Nutzen von Patientinnen und Patienten.
Wissenschaftliche Forschung ist heute zunehmend arbeitsteilig, interdisziplinär und international organisiert. Damit wächst der Bedarf nach klaren Regeln für die Zuschreibung von Autorschaft, denn Autorschaft schafft Vertrauen in Forschungsergebnisse und prägt wissenschaftliche Karrieren. Vor diesem Hintergrund hat die UZH 2025 Richtlinien zur Autorschaft erlassen. Sie konkretisieren die Integritätsverordnung und definieren transparente Kriterien für eine faire und vollständige Nennung aller wesentlich Beitragenden. Damit stärkt die UZH die Standards guter wissenschaftlicher Praxis und schafft insbesondere für Forschende in frühen Karrierephasen verlässliche Rahmenbedingungen.