Studium, Lehre, Weiterbildung
Mit der Weiterentwicklung ihres interdisziplinären Lehrangebots eröffnet die UZH den Studierenden neue Wege in die Zukunft.
Die UZH befähigt Studierende, in einer sich rasch wandelnden Welt Verantwortung zu übernehmen. Neben fundiertem Fachwissen vermittelt sie überfachliche Kompetenzen, die für die gesellschaftli
Die UZH verfügt über eine schweizweit einmalige Fächervielfalt und damit über beste Voraussetzungen, um fachübergreifende Ansätze systematisch zu stärken und überfachliche Kompetenzen gezielt zu fördern. In den vergangenen Jahren hat sie ihr entsprechendes Studienangebot kontinuierlich ausgebaut und neue Programme in Bereichen wie Biodiversität, Biomedizin, Biochemie, Erdsystemwissenschaften oder Wirtschaftschemie etabliert. 2025 setzte die UZH diese Entwicklung fort und lancierte die neuen interdisziplinären Bachelorprogramme Astronomie und Astrophysik, Angewandte Mathematik und Machine Learning, Religious Studies and Theology sowie den Una Europa Joint Bachelor in Sustainability (BASUS). Auf Masterstufe nahmen die interdisziplinären Programme Global Futures, Evolutionäre Sprachwissenschaft sowie Gesundheit im Kontext von Ethik, Spiritualität und Religionen den Studienbetrieb auf.
Eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung fachübergreifender Lehre spielt die School for Transdisciplinary Studies (STS), die 2025 ihr fünfjähriges Bestehen feierte. Sie ermöglicht Studierenden aller Fakultäten, ihr Fachstudium durch themen- und projektorientierte Lehrangebote zu ergänzen und Wissen aus unterschiedlichen Disziplinen miteinander zu verknüpfen. Gleichzeitig stärkt die STS den Austausch und die Zusammenarbeit von Dozierenden über Fachgrenzen hinweg.
Die an der STS angebotenen Lehrformate beschäftigen sich mit gesellschaftlich relevanten Themen wie etwa KI-gestützter Mobilität, Kreislauf
Das Lehrangebot der STS wird unter anderem mithilfe der 2022 eingeführten Förderlinie transdisciplinary_innovation laufend weiterentwickelt. Zudem erwerben Dozierende in spezifischen Weiterbildungskursen der STS didaktisches Know-how für inter- und transdisziplinäre Lehrveranstaltungen.
Seit ihrer Gründung hat sich die STS dynamisch entwickelt. Das Kursportfolio wuchs von anfänglich fünf auf 29 Lehrangebote, die Zahl der jährlich teilnehmenden Studierenden stieg von 922 auf rund 2210. Insgesamt waren bislang über 7700 Studierende aller Fakultäten sowie mehr als 200 Dozierende an rund 80 Lehrangeboten beteiligt. Die STS ist heute ein anerkanntes und schweizweit weiterhin einzigartiges Zentrum für inter- und transdisziplinäre Lehre.

Das neue interdisziplinäre Masterprogramm «Evolutionäre Sprachwissenschaft» schlägt Brücken unter anderem zwischen Linguistik, Biologie, Informatik, Hirnforschung und Philosophie.
Die Universitätsleitung und die Fakultäten treiben die Weiterentwicklung des interdisziplinären Studienangebots an der UZH gemeinsam voran. Dank der School for Transdisciplinary Studies (STS) können Studierende unabhängig von ihrer Fakultätszugehörigkeit interdisziplinäre Module belegen. Darüber hinaus lernen sie auch auf Studienprogrammebene den Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven – nicht nur in eigens dafür konzipierten interdisziplinären Studiengängen, sondern mehrheitlich durch die Kombination von Major- und Minor-Programmen. Während die meisten Studierenden Kombinationen innerhalb einer Fakultät wählen, entschied sich in den vergangenen Jahren durchschnittlich rund ein Viertel der Bachelorstudierenden für fakultätsübergreifende Major- und Minor-Kombinationen. Sie nutzen dabei die Vielfalt der Disziplinen an der UZH, um sich individuell zu profilieren: In der Kohorte der Bachelorstudierenden, die im Herbstsemester 2023 und im Frühjahrssemester 2024 ihr Studium aufnahm, wurden insgesamt 346 unterschiedliche fakultätsübergreifende Kombinationen gewählt. Am häufigsten wurde das Studienprogramm Kommunikationswissenschaft und Medienforschung mit BWL verbunden (59 Fälle), am zweithäufigsten BWL mit Rechtswissenschaft (52 Fälle). 195 Kombinationen wurden jeweils nur einmal gewählt, darunter etwa Politikwissenschaft und Biomedizin oder Mathematik und Japanologie.
Ein zentrales Ziel der UZH ist es, die Durchlässigkeit zwischen den Fakultäten weiter zu erhöhen. Dazu stimmen die Fakultäten ihre Studienarchitekturen schrittweise aufeinander ab. Eine wichtige Grundlage dafür bildet die 2022 revidierte Muster-Rahmenverordnung. In der Medizinischen Fakultät und der Vetsuisse-Fakultät ist die Ausgangslage eine besondere, weil diese Fakultäten ausschliesslich Mono-Studienprogramme anbieten. Alle anderen Fakultäten erarbeiten derzeit Minor-Portfolios, die allen Studierenden der UZH offenstehen sollen. Gestützt auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 2024 setzen die Fakultäten zudem gezielt Anreize für die Planung und Durchführung interdisziplinärer Lehrveranstaltungen, indem sie die Anrechnung von fakultätsübergreifenden Lehr- und Studienleistungen erleichtern.
Digitale Technologien, insbesondere künstliche Intelligenz, verändern die Art, wie Wissen erschlossen, verarbeitet und vermittelt wird. Die UZH nutzt dieses Innovationspotenzial gezielt für Studium und Lehre und stärkt zugleich die Kompetenzen von Lehrenden und Studierenden im verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien.
Ein zentrales Instrument dafür ist der AI Competence Hub, den die UZH 2025 gemeinsam mit der ETH Zürich lancierte. Er fördert als Teil von UZH.ai den Austausch zu technologischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen der künstlichen Intelligenz und bietet praxisnahe Orientierung für die Lehre. Formate wie das AI in Teaching Forum, an dem rund 100 Personen teilnahmen, sowie ein neu entwickeltes KI-Kompetenzraster unterstützen Dozierende bei der didaktisch reflektierten Nutzung von KI. Ergänzend werden Studierende zur Unterstützung von Dozierenden zu AI-Coaches ausgebildet.
Gleichzeitig entwickelt die UZH ihre digitalen Services weiter, um die Studienorganisation zu erleichtern. Der AI Buddy, der seit 2025 in ersten Bachelorstudiengängen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (WWF) eingesetzt wird, beantwortet Fragen zur Kurswahl, zu Prüfungen und zum Campusleben. Er wird gemeinsam mit Studierenden kontinuierlich weiterentwickelt und steht ab Februar 2026 allen Studierenden der WWF zur Verfügung – mit einem schrittweise ausgebauten Funktionsumfang für eine personalisierte Studienbegleitung. Parallel dazu erfolgt eine schrittweise Erweiterung auf andere Fakultäten sowie eine fortlaufende Integration in das UZH-Ökosystem. Weitere Projekte sind der Aufbau eines zentralen Intranets für Studierende sowie die Aktionslinie Next Generation Computing, die dem steigenden Bedarf an Rechenkapazitäten in der Lehre Rechnung trägt. Alle KI-Initiativen der UZH werden unter UZH.ai zusammengeführt. Den Leitfaden für diese Entwicklungen bildet die Digitalstrategie der UZH.
Die UZH intensivierte 2025 ihre Zusammenarbeit innerhalb der europäischen Hochschul-Allianz Una Europa. Damit eröffnet sie Studierenden neue Möglichkeiten, international und fachübergreifend zu studieren. Ein wichtiger Schritt war der Start des Joint Bachelor in Sustainability (BASUS). In diesem von acht Universitäten getragenen Studienprogramm verantwortet die UZH den Bereich Social Sciences & Humanities. Bereits im Frühjahrssemester 2025 begrüsste die UZH zudem die erste Kohorte des Joint Bachelor of Arts in European Studies (BAES), in dem Studierende an der UZH einen Major in Rechtswissenschaft absolvieren. Darüber hinaus beteiligt sich die UZH an der Entwicklung eines Joint Master Degree im Bereich Cultural Heritage.
Die UZH entwickelte innerhalb von Una Europa auch neue Formen der Studienmobilität auf Modulebene. 2025 initiierte sie einen europaweiten Modulaustausch in den Bereichen Data Science und künstliche Intelligenz, der es Studierenden ermöglicht, virtuelle Lehrveranstaltungen an Partneruniversitäten zu besuchen und diese in ihre Studienprogramme zu integrieren. Die auf das Fach Informatik ausgerichteten Module werden schrittweise um Angebote in anderen Disziplinen ergänzt.
Einen weiteren Beitrag zur virtuellen Mobilität leisten die Virtual-Exchange-Module von Una Europa (UnaVEx). Diese werden neu in allen Bachelorstudienprogrammen der WWF anerkannt und erweitern die Möglichkeiten internationaler Lernerfahrungen ohne physischen Ortswechsel.
Die Teilnahme der UZH an der Hochschulallianz Una Europa wird von Movetia, der nationalen Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität im Bildungsbereich, mitfinanziert.
Mit dem Projekt Med500+ reagieren die UZH und der Kanton Zürich auf den zunehmenden Mangel an Ärztinnen und Ärzten, insbesondere an inländischen. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2040 schweizweit bis 8700 Ärztinnen und Ärzte als Fachkräfte fehlen werden. Zur Sicherung der medizinischen Versorgung soll die Zahl der Studienplätze an der Medizinischen Fakultät der UZH von 430 auf 700 erhöht werden. Damit würde die UZH den grössten Medizinstudiengang der Schweiz anbieten und den Medizinstandort Zürich stärken.
Für die Ausbildung ist ein Lernzentrum mit einer Simulationsklinik an einem neuen Standort geplant. Der Ausbau ist mit einer Reform des Curriculums verbunden. Der Praxisbezug soll bereits im Bachelorstudium gestärkt und zukunftsrelevante Themen wie künstliche Intelligenz, One Health, Gesundheitsökonomie und interprofessionelle Zusammenarbeit verstärkt integriert werden – unter Wahrung der hohen Qualität.
Für den Ausbau sind zehn neue Professuren, rund 140 Mittelbaustellen sowie zusätzliche Ausbildungsflächen von rund 24 000 Quadratmetern vorgesehen. Der Start der ersten zusätzlichen Studierenden ist für 2030 geplant. Für den Projektaufbau beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat die Bewilligung eines Objektkredits von 25 Mio. CHF.