Organisation und Infrastruktur
Die UZH plant den bevorstehenden Generationenwechsel bei den Professuren und treibt die digitale Transformation voran.
Der digitale Wandel verändert Gesellschaft und Wissenschaft grundlegend. Für die UZH fällt diese Dynamik mit einem bedeutenden strukturellen Einschnitt zusammen: In den kommenden fünf Jahren wird rund ein Viertel aller Professuren neu besetzt.
Berufungen prägen das Profil der Universität in Forschung und Lehre langfristig. Der anstehende Generationenwechsel bei den Professorinnen und Professoren ist deshalb eine Chance für die zukünftige Entwicklung der UZH. Das 2025 abgeschlossene Projekt «Strategische Professurenplanung» hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, diese Chance gezielt zu nutzen.
Demnach erfolgt die Professurenplanung künftig verstärkt im gesamtuniversitären Zusammenhang. Der dafür nötige Dialog setzt bereits früh im Prozess ein. Zweimal im Jahr finden Austauschveranstaltungen statt, an denen sich alle Fakultäten und die Universitätsleitung beteiligen. Ein jährlich bestimmtes Schwerpunktthema sorgt für gemeinsame inhaltliche Bezugspunkte; 2025 standen künstliche Intelligenz und digitale Transformation im Zentrum.
Ziel des Dialogs ist es, auf der Grundlage der fachlichen Vielfalt der UZH gemeinsame Perspektiven für eine verantwortungsvolle und vorausschauende Weiterent-wicklung von Forschungsprofilen und Lehrangeboten zu gewinnen. Zugleich werden Spielräume identifiziert, die eine proaktive Anpassung an dynamische Rahmenbedingungen erlauben. Der Austausch regt dazu an, bereits vor den eigentlichen Berufungsprozessen etablierte Zuordnungen zu überprüfen, zugleich schafft er Orientierung für die inhaltliche Ausrichtung neu zu besetzender Lehrstühle.
Wie die Professurenplanung gehört auch die digitale Transformation zu den Entwicklungsschwerpunkten der UZH. Bei der Gestaltung ihrer digitalen Zukunft verfolgt die UZH einen integrativen Ansatz, der alle Tätigkeitsfelder einbezieht und die fachliche Vielfalt gezielt als Stärke nutzt.
Exemplarisch dafür steht der neu gegründete UZH.ai Hub, der den Austausch zu Projekten in künstlicher Intelligenz fördert. Als eine von sieben Aktionslinien zur Umsetzung der UZH-Digitalstrategie bündelt er fakultätsübergreifend die Expertise von inzwischen schon über 160 Forschenden und mehr als 300 Studierenden.
Einen weiteren Akzent setzt die UZH mit dem Ausbau ihrer Computing-Infrastruktur. Ein gemeinsamer Plattformansatz und sichere Rechenumgebungen schaffen die Grundlage für moderne und leistungsfähige digitale Dienste. KI-Assistenten und Sprachmodelle sowie massgeschneiderte KI-Anwendungen wie der 2025 lancierte AI Buddy unterstützen Arbeits- und Informationsprozesse in Studium, Lehre, Forschung und Administration.
Einen strategischen Beitrag leistet auch der Thinktank «FutureU». Das Zukunftslabor entwickelt Szenarien möglicher digitaler Entwicklungen und macht Chancen sowie Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte sichtbar. Damit liefert er wichtige Inputs für die Weiterentwicklung der UZH – auch mit Blick auf die Professurenplanung.

Auf dem Campus Irchel wurde 2025 ein europaweit einzigartiges Hochdrucklabor realisiert – speziell entwickelt für die anspruchsvollen Forschungsarbeiten des Instituts für Chemie.
Die weitere Erhöhung des Frauenanteils in akademischen Spitzenpositionen ist ein zentrales Anliegen der Professurenplanung der UZH. Im Rahmen der institutionellen Akkreditierung 2021/22 setzte sich die UZH das Ziel, über einen Zeitraum von zehn Jahren im Durchschnitt jährlich mindestens 40 Prozent Frauen unter den Neuberufenen zu erreichen. Diesen Wert hat die UZH 2025 deutlich überschritten: Im Jahr 2025 waren unter den 61 Neuberufenen 34 Frauen. Der Frauenanteil bei den Professuren ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt aktuell bei 33 Prozent. Besonders hoch ist der Frauenanteil bei den Assistenzprofessuren: Hier lag er 2025 bei 52 Prozent. Die Berufung von Assistenzprofessorinnen ist ein wirkungsvoller Ansatz, um mittel- und langfristig auch den Anteil von Frauen bei ordentlichen Professuren weiter zu erhöhen.
Die UZH baute ihr Engagement im Bereich Open Science 2025 weiter aus. Institutionell gestärkt wurde der Bereich durch die Arbeitsgruppe (AG) Open Science, die Anfang 2025 als beratendes und konzeptionelles Gremium für Open Science und FAIR-Datenmanagement ihre Arbeit aufnahm. Im Berichtsjahr traf sich die AG viermal und förderte als Austauschforum die Koordination zentraler Vorhaben. Dazu gehörte auch die Unterzeichnung der Barcelona Declaration on Open Research Information im Juli 2025. Weitere Unterzeichnende aus der Schweiz sind das CERN sowie das Swiss Reproducibility Network, welche die Erklärung auch unterstützen. Mit diesem Schritt bekennt sich die UZH dazu, Forschungsinformationen, wie Metadaten zu Publikationen, Forschungsdaten, Software und Finanzierung, konsequent offen nutzbar zu machen und die dafür nötigen Infrastrukturen nachhaltig zu unterstützen. Ein zentraler Infrastrukturschritt war zudem die Migration des Repositoriums ZORA auf die Open-Source-Software DSpace: ZORA wächst jährlich um rund 10 000 Einträge. Um Stabilität und Weiterentwicklung langfristig zu sichern, wurde die Plattform am 8. September 2025 auf eine zukunftsfähige Softwarebasis umgestellt.
Auf nationaler Ebene war die UZH im Bundesprogramm für projektgebundene Beiträge Open Science II (2025–2026) erfolgreich bei der Einwerbung von Drittmitteln. Insgesamt war die UZH an 24 geförderten Projekten beteiligt, davon 16 als Leading House. Ein Schwerpunkt der Projekte lag im Bereich Open Research Data.
Parallel dazu gewannen im Kontext globaler geopolitischer und technologischer Entwicklungen Fragen der Knowledge Security deutlich an Bedeutung. Knowledge Security und Open Science stehen zunehmend in einem Spannungsfeld zwischen internationaler Offenheit und dem Schutz sensibler wissenschaftlicher Kenntnisse, Daten und Infrastrukturen. Die UZH engagierte sich aktiv in nationalen Abstimmungsprozessen, unter anderem in der Arbeitsgruppe Knowledge Security von swissuniversities. Parallel dazu stellt die UZH mit dem Responsible Internationalization Desk Guidelines und Hilfsmittel bereit, damit Risiken früh erkannt und internationale Kooperationen im Einklang mit nationalen Sicherheitsinteressen gestaltet werden können. Die Offenheit der Wissenschaft ist eine Stärke der UZH, die in der praktischen Umsetzung und in bestimmten Fällen jedoch mit legitimen Sicherheitserwägungen in Einklang gebracht werden muss.
Mit dem 2024 lancierten Projekt UZH Accessible verfolgt die UZH das Ziel, Studium, Lehre und Arbeit möglichst inklusiv zu gestalten – in baulicher, digitaler und organisational-kultureller Hinsicht. Gemeinsam mit UZH-Angehörigen mit Behinderungen wurden Barrieren systematisch analysiert und Massnahmen erarbeitet. Das Projekt wurde 2025 abgeschlossen und bildet die Grundlage für die weitere Umsetzung in den kommenden Jahren. Bereits heute entfaltet es konkrete Wirkung: Mit dem neu zertifizierten Gebäudeverzeichnis uniability stehen Informationen zur Zugänglichkeit zentral und barrierefrei zur Verfügung. Aktuell sind rund 70 Liegenschaften erfasst, weitere kommen laufend hinzu. Konkrete Nutzungsbegehren führten zu besserer Zugänglichkeit.
Formate wie die Workshopserie «Barrierefreie UZH» oder der Disability Awareness Day machten 2025 sichtbar und erlebbar, was Studieren und Arbeiten mit Behinderung oder chronischer Krankheit an der UZH bedeutet. Mit dem Beitritt zur Allianz Digitale Inklusion Schweiz per 1. Januar 2026 profitiert die UZH von Synergieeffekten und gewinnt an Effizienz und Kompetenz beim Abbau digitaler Barrieren.
Um ein respektvolles, offenes und diskursorientiertes Miteinander zu fördern, hat die UZH einen Code of Conduct Campusleben erlassen. Er schafft einen Orientierungsrahmen für das Verhalten beim Lernen, Lehren, Arbeiten und Forschen – auf dem Campus und im digitalen Raum. Er trägt zu einem sicheren und inklusiven Umfeld bei, in dem wissenschaftliche Freiheit, Vielfalt der Meinungen und gegenseitige Achtung geschützt sind.
Die Arbeiten auf der Baustelle des künftigen FORUM UZH schreiten seit Mai 2025 planmässig voran. Die notwendigen Schadstoffsanierungen wurden durchgeführt, bestehende Gebäude und Anlagen selektiv zurückgebaut und archäologische Untersuchungen auf dem Areal abgeschlossen. Zudem begannen die anspruchsvollen Tiefbauarbeiten, zu denen auch die Umlegung des bestehenden Fernwärmekanals gehörte. Am Fassaden-Mockup wurde die gestalterische Absicht überprüft, gleichzeitig diente es der Baufreigabe durch das Amt für Städtebau. Die eigentlichen Hochbauarbeiten beginnen 2026, der Bezug ist 2031 vorgesehen. Das FORUM UZH wird als ein Ort interdisziplinärer Zusammenarbeit und als neuer öffentlicher Anziehungspunkt der UZH dienen.
Auf dem Campus Irchel wurde 2025 ein europaweit einzigartiges Hochdrucklabor realisiert – speziell entwickelt für die anspruchsvollen Forschungsarbeiten des Instituts für Chemie.
Mit dem strategischen Projekt Decarb UZH – Klimaneutralität 2030, das im November 2024 gestartet wurde, unterstreicht die UZH den hohen Stellenwert des Klimaschutzes. Das Projekt identifiziert Potenziale und definiert Massnahmen zur systematischen Reduktion der Treibhausgasemissionen der UZH. Im Jahr 2025 wurden die bestehenden Ziele und Massnahmen der UZH mit Bezug zur Klimaneutralität umfassend analysiert und teilweise angepasst. Unter anderem wurde die Reduktion des Energieverbrauchs in Laboren eingeleitet und mit dem Aufbau eines Nachhaltigkeits-Dashboards begonnen. Zudem wurden Massnahmen beispielsweise zur Förderung von innovativen Lösungen zur Emissionsreduktion und zur Stärkung vegetarischer und veganer Verpflegungsangebote erarbeitet.
Im Projekt RealTransform erprobt die UZH seit April 2025 gemeinsam mit anderen Hochschulen neue Formen der transdisziplinären Zusammenarbeit. Im Zentrum stehen Realexperimente, in denen universitäre Mitarbeitende aus Wissenschaft und Betrieb, Studierende sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gesellschaft gemeinsam Ideen und Konzepte für eine nachhaltige Hochschulkultur entwickeln. Die UZH ist Leading House des von swissuniversities geförderten Projekts.
Die UZH hat ihre Governance-Strukturen im Finanzbereich weiter gestärkt und eine neue Compliance-Funktion geschaffen. Die Finance Compliance unterstützt die einheitliche und sachgerechte Anwendung der finanziellen Vorgaben der UZH sowie relevanter kantonaler und interner Regelungen und trägt zur Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Finanzprozesse bei. Im Zusammenspiel mit der Informationssicherheit, dem internen Kontrollsystem und dem 2024 modernisierten Risikomanagement bildet Finance Compliance einen integralen Bestandteil der universitären Steuerungs- und Governance-Instrumente.
Die UZH Foundation verzeichnete 2025 dank engagierten Stiftungen, Privatpersonen und Unternehmen ein Rekordjahr. In enger Zusammenarbeit mit UZH-Forschenden akquirierte sie zugesagte Spenden in Höhe von 75 Mio. CHF – das ist der höchste Betrag an privaten Drittmitteln seit Gründung der Stiftung 2012. Neben der Projektförderung spielte die Auszeichnung herausragender Forschung eine wichtige Rolle. So richtete die UZH 2025 erstmals den neuen, jährlich vergebenen Gretener-Thürlemann Preis in der Höhe von 0,5 Mio. CHF aus. Seit Bestehen der UZH Foundation unterstützten 2700 Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen die UZH finanziell und trugen mit insgesamt 440 Mio. CHF zur Förderung von Forschung und Lehre bei.